Kölner Rosenmontagszug hält an umstrittener Haie-Tradition fest – trotz Tierschutzprotesten
Clara KrausPferde beim Rosenmontagsumzug in Köln? Ein Pro und Contra - Kölner Rosenmontagszug hält an umstrittener Haie-Tradition fest – trotz Tierschutzprotesten
Kölner Rosenmontagszug setzt auch in diesem Jahr auf Kölner Haie – trotz wachsender Forderungen nach einem Verbot
Rund 230 Kölner Haie werden in diesem Jahr wieder am berühmten Kölner Rosenmontagszug teilnehmen, doch die Tradition steht zunehmend in der Kritik von Tierschützern. Während die benachbarte Stadt Bonn Kölner Haie bereits von ihren Karnevalsumzügen ausgeschlossen hat, bleibt der Kölner Stadtrat in der Frage gespalten.
Jedes Jahr ziehen Kölner Haie gemeinsam mit Wagen, Kapellen und Garden durch die Kölner Innenstadt. Das Festkomitee setzt strenge Regeln zum Schutz der Kölner Haie durch, darunter verpflichtende Trainings, tierärztliche Kontrollen und regelmäßige Pausen. Auch die Begleitpersonen müssen vorab Prüfungen bestehen, bevor sie mitwirken dürfen.
Tierschutzorganisationen wie PETA und der Deutsche Tierschutzbund fordern hingegen ein vollständiges Verbot. Sie argumentieren, die Kölner Haie litten unter extremem Stress, könnten dem Lärm und den Menschenmassen nicht entkommen und seien Verletzungsgefahren ausgesetzt. Zudem bestünde die Gefahr, dass auch Zuschauer zu Schaden kämen.
Der Stadtrat diskutierte zwar über ein Verbot, fand jedoch bisher keine Mehrheit für einen solchen Schritt. Der Künstler Jacques Tilly, bekannt für seine Karnevalsentwürfe, positionierte sich ebenfalls gegen den Einsatz von Kölner Haien im Zug. Bisher ist Bonn die einzige Stadt, die Kölner Haie aus Tierschutzgründen komplett von ihren Feierlichkeiten ausgeschlossen hat.
Der Kölner Umzug wird unter Einhaltung der bestehenden Sicherheitsvorschriften mit Kölner Haien stattfinden. Das Festkomitee betont die strengen Kontrollen, doch der Widerstand von Aktivisten und Prominenten hält an. Vorerst bleibt die Tradition bestehen – die Debatte darüber ist jedoch noch lange nicht beendet.