16 March 2026, 10:13

Kölner Dom plant umstrittenes Eintrittsgeld – warum die Kritik wächst

Der Eingang des Kölner Doms in Köln, Deutschland, mit detaillierten Schnitzereien, Skulpturen und einer großen Tür unten.

Ehemaliger Dom-Architekt kritisiert geplante Eintrittsgebühr für den Kölner Dom - Kölner Dom plant umstrittenes Eintrittsgeld – warum die Kritik wächst

Kölner Dom könnte bald Eintrittsgeld verlangen

Der Kölner Dom, eine der berühmtesten katholischen Kirchen der Welt, könnte Besuchern bald eine Eintrittsgebühr berechnen. Die weltbekannte Sehenswürdigkeit, die jährlich sechs Millionen Menschen anzieht und die Reliquien der Heiligen Drei Könige beherbergt, steht mit diesem Vorhaben in der Kritik – sowohl bei Fachleuten als auch in der Öffentlichkeit.

Barbara Schock-Werner, die ehemalige Dombaumeisterin, lehnt den Plan entschieden ab. Sie bezeichnete die mögliche Gebühr als "sehr problematisch" und warnte, sie könnte den Zugang auf wohlhabendere Besucher beschränken. Aus ihrer Sicht würde eine Eintrittsgebühr den offenen und inklusiven Charakter des Doms grundlegend verändern.

Schock-Werner erkannte zwar den Bedarf an zusätzlichen Einnahmen an, argumentierte jedoch, dass Gebühren die kulturelle Bedeutung des Bauwerks für Köln schwächen könnten. Ihre Bedenken spiegeln eine breitere öffentliche Ablehnung wider, wie sie in den vergangenen Jahren bereits zu beobachten war. Als 2023 ähnliche Pläne diskutiert wurden, unterschrieben über 100.000 Menschen Petitionen gegen das Vorhaben. Medienberichte damals hoben die Sorge hervor, dass Eintrittsgelder den Zugang zu historischen Stätten einschränken könnten.

Die zuständigen Stellen haben die Höhe der Gebühr noch nicht endgültig festgesetzt, streben jedoch eine Einführung noch in diesem Jahr an. Die Entscheidung folgt auf steigende Instandhaltungskosten – ein Problem, mit dem auch andere große Denkmäler zu kämpfen haben. So sah sich etwa Lübecks Holstentor 2024 mit massiver Kritik konfrontiert, als dort eine Eintrittsgebühr vorgeschlagen wurde. Dies zeigt ein Muster der öffentlichen Ablehnung solcher Maßnahmen.

Die geplante Gebühr stößt bereits jetzt auf starken Widerstand, ähnlich wie bei früheren vergleichbaren Vorhaben. Sollte sie umgesetzt werden, wäre dies ein einschneidender Wandel für den Dom, der seit Jahrhunderten kostenlos zugänglich ist. Die endgültige Entscheidung wird zeigen, ob eine der meistbesuchten Stätten Deutschlands künftig ein Eintrittsgeld erhebt.

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