30 January 2026, 15:16

KiBiz-Reform spaltet NRW: Erzieher:innen protestieren gegen Schäffers Kernzeiten-Modell

Eine Gruppe von Menschen hält Schilder und Plakate vor einem Gebäude, mit zwei Personen im Vordergrund und einem Müllcontainer rechts, während einer Demonstration in Deutschland, mit Gebäuden, Fenstern, Lichtern und Schildern im Hintergrund.

Lauter Protest gegen Kita-Gesetz - Schäffer setzt auf Dialog - KiBiz-Reform spaltet NRW: Erzieher:innen protestieren gegen Schäffers Kernzeiten-Modell

Verena Schäffer, die neue Ministerin für Kinder und Familie in Nordrhein-Westfalen, sah sich sofort mit heftiger Kritik konfrontiert, als sie das umstrittene Kinderbildungsgesetz (KiBiz) vorstellte. Vor dem Landtagsgebäude demonstrierten rund 300 Erzieher:innen gegen die geplanten Reformen. Die Proteste zeigten, wie tief die Gesellschaft in der Frage der frühkindlichen Bildung gespalten ist.

Im Mittelpunkt der Kritik steht das sogenannte "Kernzeiten-Modell", ein zentraler Bestandteil der KiBiz-Reform. Demzufolge sollen qualifizierte Fachkräfte in Kitas nur noch für fünf Stunden am Tag garantiert werden. Gegner:innen befürchten, dass dies außerhalb dieser Zeiten zu Qualitätsverlusten und Personalengpässen führen werde.

Bei ihrer ersten Rede im Parlament hatte Schäffer sichtlich Mühe mit ihren Notizen und musste kurz das Podium verlassen, um den richtigen Text zu holen. Trotz des Missgeschicks blieb sie beim Kernzeiten- und erweiterten Betreuungsmodell und betonte, dies ermögliche flexiblere Personaleinsätze in den Einrichtungen.

Die Opposition reagierte prompt. Die FDP-Abgeordnete Yvonne Gebauer kritisierte das Fehlen eines klaren Personal- und Qualitätsrahmens und warnte vor sinkenden Standards in Randzeiten. Zudem warf sie der Landesregierung vor, die Reform überstürzt durchzusetzen, um vor der anstehenden Wahl eine Debatte zu vermeiden. Carlo Clemens von der AfD prognostizierte, die Änderungen würden 2027 zu einem weiteren Jahr der Stagnation und sinkender Qualität in Kitas führen.

SPD-Sprecher Dennis Maelzer erkannte zwar Schäffers Engagement an, merkte aber an, dass es ihr angesichts der polarisierenden Wirkung des Gesetzes schwerfallen werde, es maßgeblich zu prägen. Die Ministerin betonte hingegen ihre Bereitschaft zum Dialog mit allen Beteiligten der Reform.

Stand Januar 2026 haben sich noch keine prominenten Stimmen als führende Gegner von Schäffers Erziehungspolitik positioniert.

Die KiBiz-Reform bleibt ein Zankapfel: Erzieher:innen und Oppositionspolitiker:innen zweifeln an den Auswirkungen auf Personal und Qualität. Schäffers Beharren auf das Kernzeiten-Modell deutet auf weitere Konflikte hin, während die Landesregierung die Pläne vorantreibt. Die Entwicklung wird voraussichtlich die Standards in der Kinderbetreuung und die politische Diskussion in den kommenden Monaten prägen.