Karlspreis für belarussische Opposition – doch Lukaschenkos Regime bleibt ungebrochen
Sophia KellerKarlspreis für belarussische Opposition – doch Lukaschenkos Regime bleibt ungebrochen
2022 erhielten die belarussischen Oppositionsführerinnen Swjatlana Zichanouskaja, Maria Kalesnikawa und Veronika Zepkalo den Internationalen Karlspreis für ihren Einsatz gegen das autoritäre Regime in Belarus. Die Auszeichnung, eine der renommiertesten Europas, würdigte ihren Kampf für demokratischen Wandel im Land. Doch trotz dieser Anerkennung blieb die politische Lage unter Präsident Alexander Lukaschenko weiter hart.
Der seit 1950 jährlich verliehene Preis ehrt Verdienste um die europäische Einheit und den Fortschritt. Zichanouskaja, Zepkalo und Kalesnikawa wurden für ihren Widerstand gegen Lukaschenkos Regierung ausgezeichnet, die seit den umstrittenen Wahlen 2020 die Macht fest im Griff hält. Kalesnikawas Engagement forderte einen hohen persönlichen Preis: Sie wurde im September 2020 in Minsk festgenommen und 2021 zu elf Jahren Haft verurteilt.
Seit der Preisverleihung hat Belarus keine demokratischen Reformen erlebt. Stattdessen gingen die Repressionen gegen Andersdenkende weiter, und die Regierung blieb im Ukraine-Krieg eng an Russland gebunden. Kalesnikawa saß bis Dezember 2025 in Haft, bevor sie im Rahmen einer Gruppe freigelassener Häftlinge entlassen wurde. Mittlerweile lebt sie in Deutschland.
Trotz internationaler Anerkennung der Arbeit der Opposition hat sich die Lage in Belarus nicht verändert. Lukaschenkos Regime hält die Macht weiterhin mit harter Hand, unterdrückt Proteste und setzt auf eine strenge Politik der Repression.
Kalesnikawas Freilassung Ende 2025 beendete ihre fünfjährige Haftzeit und ermöglichte ihr die Ausreise nach Deutschland. Der Karlspreis lenkte zwar die Aufmerksamkeit auf den Kampf der Opposition, doch in Belarus gab es keine Lockerung der Unterdrückung. Lukaschenkos Regierung bleibt fest im Sattel – von einer demokratischen Öffnung ist nichts zu erkennen.