20 March 2026, 16:14

Junge Menschen in NRW verlieren zunehmend das Vertrauen in die Demokratie

Ein Plakat mit der Aufschrift "Mangel an Bildung: Der Kreislauf" in fetter schwarzer Schrift, das chaotische Bilder von Menschen verschiedenen Alters, Geschlechts und Ethnien zeigt.

Junge Menschen in NRW verlieren zunehmend das Vertrauen in die Demokratie

Eine neue Studie aus Nordrhein-Westfalen zeigt eine wachsende Unzufriedenheit junger Menschen mit der Demokratie. Fast die Hälfte der Befragten stellt inzwischen infrage, wie gut das System in der Praxis funktioniert. Die Ergebnisse belegen zudem einen Anstieg undemokratischer Haltungen – viele wünschen sich eine starke Einzelpartei an der Spitze der Gesellschaft.

Bundesbildungsministerin Karin Prien warnt vor den Gefahren, denen junge Menschen im Netz ausgesetzt sind, darunter Frauenfeindlichkeit, Gewalt und extremistische Botschaften. Schulen kämpfen damit, diesen Einflüssen allein mit klassischer politischer Bildung entgegenzuwirken.

Der aktuelle Bericht des NRW-Ministeriums für Kinder, Familie, Flüchtlinge und Integration verzeichnet einen deutlichen Rückgang der demokratischen Unterstützung. Während 2021 noch 77 Prozent der jungen Befragten mit der praktischen Umsetzung der Demokratie zufrieden waren, lag dieser Wert 2025 nur noch bei 47 Prozent.

Die Studie unterscheidet drei Gruppen: 44 Prozent gelten als "überzeugte Demokraten", 42 Prozent als "fragile Demokraten" und 8 Prozent als "Demokratiegegner". Besonders schwach ist die Unterstützung unter den Unter-45-Jährigen, vor allem in der Altersgruppe der 19- bis 29-Jährigen. Persönliche Zufriedenheit, Bildung und sozialer Status scheinen eng mit demokratischen Einstellungen verknüpft zu sein.

Digitale Räume spielen eine zentrale Rolle bei der Prägung dieser Ansichten. Kinder und Jugendliche kommen zunehmend mit extremistischem Inhalt in sozialen Medien, Chatgruppen und Gaming-Communities in Kontakt. Der Bericht betont, dass politische Bildung sich anpassen muss, um digitale Radikalisierung zu bekämpfen und das Demokratieverständnis zu stärken.

Seit 2021 ist der Anteil der "fragilen Demokraten" in Nordrhein-Westfalen von 12 auf 15 Prozent gestiegen. Fast die Hälfte aller Befragten stimmt mittlerweile der Aussage zu, die Gesellschaft würde von einer starken Einzelpartei profitieren, die den Volkswillen vertritt.

Die Ergebnisse unterstreichen die Notwendigkeit einer verstärkten politischen Bildung, um Online-Extremismus einzudämmen und demokratische Werte zu festigen. Schulen und Politiker stehen unter wachsendem Druck, dem Rückgang der Unterstützung – besonders bei jüngeren Generationen – entgegenzuwirken. Der Bericht fordert gezielte Maßnahmen, um ein weiteres Aushöhlen des Vertrauens in demokratische Institutionen zu verhindern.

Cashback bei deinen
Lieblingsrestaurants und Services

Kaufe Gutscheine und spare in deinen Lieblingsorten in deiner Nähe

LiberSave App auf Smartphones
Quelle