John Eliot Gardiner erneut wegen unangemessenen Verhaltens in der Kritik
Sophia KellerJohn Eliot Gardiner erneut wegen unangemessenen Verhaltens in der Kritik
Der renommierte Dirigent John Eliot Gardiner steht wegen seines Verhaltens beim jüngsten Bach-Festival erneut in der Kritik. Ein Video des Vorfalls existiert, wurde jedoch aus Rücksicht auf die betroffene Person nicht veröffentlicht. Die Vorfälle haben die Debatte über sein früheres Verhalten und dessen Akzeptanz in der klassischen Musikszene neu entfacht.
Während des Schlussapplauses beim Festival nahm Gardiner eine Schriftrolle und versuchte, sie einem Mitarbeiter unter das Hemd zu stecken. Der Mitarbeiter schien sich gegen die Geste zu wehren. Gardiner erklärte später, er sei von der Reaktion überrascht gewesen und habe die Rolle eigentlich hinter ihrem Halskettenanhänger platzieren wollen.
Es ist nicht das erste Mal, dass Gardiner wegen unangemessenen Verhaltens in die Kritik gerät. Bereits zuvor war er beschuldigt worden, einen Kontrabassisten geohrfeigt zu haben. Trotz solcher Vorfälle arbeiten Veranstalter wie die in Leipzig weiterhin mit ihm zusammen.
Der Monteverdi-Chor lehnte nach dem jüngsten Vorfall eine weitere Zusammenarbeit mit Gardiner ab. Daraufhin gründete dieser ein neues Ensemble, das Constellation Ensemble. Gardiner besteht darauf, nichts falsch gemacht zu haben – obwohl sich die gesellschaftliche Haltung zu solchem Verhalten gewandelt hat.
Der Vorfall wirft die Frage auf, ob Gardiner die frühere Kritik an seinem Verhalten reflektiert hat. Veranstalter zeigen sich weiterhin bereit, sein Verhalten zu übergehen und ihn für künftige Auftritte zu buchen. Das unveröffentlichte Video bleibt bei der Redaktion, um die Privatsphäre der Beteiligten zu wahren.
