16 February 2026, 06:33

Jacques Tillys Putin-Satire bringt Düsseldorf in juristische und wetterbedingte Turbulenzen

Ein altes Schwarz-Weiß-Foto eines Umzugs in Berlin, Deutschland, mit Menschen auf dem Boden und auf Pferden, einer Statue, Straßenlaternen, Bäumen, Gebäuden mit Fenstern und einem bewölkten Himmel, mit Text am unteren Rand des Bildes.

Feierwütige, wappnet euch! An Rosenmontag regnet es nicht nur Süßes - Jacques Tillys Putin-Satire bringt Düsseldorf in juristische und wetterbedingte Turbulenzen

Düsseldorfs mutigster Karnevalskünstler: Jacques Tilly provoziert mit Putin-Satire – und gerät in russische Fänge

Der bekannteste und frechste Karnevalswagenbauer Deutschlands, Jacques Tilly, wird auch in diesem Jahr wieder mit seinen Kreationen beim Düsseldorfer Rosenmontagszug vertreten sein. Doch diesmal sorgt sein Werk für juristischen Ärger: Russische Behörden verfolgen ihn wegen satirischer Darstellungen von Wladimir Putin. Gleichzeitig droht dem Umzug selbst unbeständiges Wetter – Schnee und Regen könnten die Feierlichkeiten trüben.

Jacques Tilly, berühmt für seine scharfe politische Satire, ist seit Langem eine feste Größe im Düsseldorfer Karneval. Seine Wagen karikieren regelmäßig Weltpolitiker, darunter auch Putin – und genau diese Darstellungen haben ihn nun vor Gericht gebracht. Moskau wirft Tilly die Beleidigung russischer Staatsinstitutionen vor, ein Vorwurf, der mit bis zu zehn Jahren Haft oder hohen Geldstrafen geahndet werden könnte. Der Prozess wurde bereits mehrfach verschoben, und Russland hat den Künstler auf eine internationale Fahndungsliste gesetzt. Doch Tilly gibt sich unbeeindruckt: Er werde nicht aufhören, provokante Entwürfe zu schaffen, betont er.

Die Autorin, aufgewachsen im Münsterland – einer Region mit kleinen, aber lebendigen Karnevalshochburgen –, erinnert sich an Kindheitstraditionen wie Büttenabende (satirische Sitzungen) und Rosenmontagszüge. Lokale Grußformeln wie Festo und DeUnDa prägten damals die Saison, doch mit der Zeit verlor das Treiben für sie an Reiz. Nun, während sie in diesem Jahr auswärts arbeitet, spürt sie die Abwesenheit besonders. Vielleicht, so denkt sie, könnte selbst ein überzeugter Karnevalsskeptiker durch die jüngste "Liebeserklärung" einer Kollegin an das Fest umgestimmt werden – ein neuer Blick auf die Feierlichkeiten.

Wer Tillys frühere Werke noch einmal Revue passieren lassen möchte, findet eine Auswahl im Netz. Seine neuesten Wagen, das steht fest, werden wie immer für Gesprächsstoff sorgen – ob auf Düsseldorfs Straßen oder in einem Moskauer Gerichtssaal.

Diese Karnevalssaison bringt also gleich zwei Herausforderungen mit sich: einen juristischen Kraftakt und wetterbedingte Unwägbarkeiten. Tillys Konflikt mit den russischen Behörden zeigt die Risiken politischer Satire auf, während das unberechenbare Wetter die gewohnte Ausgelassenheit des Umzugs dämpfen könnte. Für viele bleibt das Fest dennoch eine liebgewonnene Tradition – auch wenn sie es in diesem Jahr nur aus der Ferne erleben werden.

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