26 January 2026, 20:34

Industrie schlägt Wasserstoff-Midstreamer vor, um Stockung zu beenden

Eine Tortendiagramm, das den globalen Verbrauch von erneuerbarer Energie im Jahr 2008 zeigt, unterteilt in Abschnitte für fossile Brennstoffe, Kernenergie, Wasserkraft, Warmwasser, Heizung, Biomasse, Solarenergie, Geothermie und Biokraftstoffe, mit begleitendem Text.

Industrie schlägt Wasserstoff-Midstreamer vor, um Stockung zu beenden

Deutschlands Industrieenergiesektor schlägt neuen Plan für beschleunigte Wasserstoff-Nutzung vor

Der Verband der Industriellen Energie- und Kraftwirtschaft (VIK) hat Ende 2024 ein Positionspapier vorgelegt, in dem ein "Wasserstoff-Midstreamer"-Modell skizziert wird. Mit diesem Ansatz sollen Kosten gesenkt, Risiken verringert und die stockende Wasserstoff-Expansion in der Industrie wieder in Gang gebracht werden.

Kern des VIK-Konzepts sind staatlich gestützte Zwischenhändler – die sogenannten Wasserstoff-Midstreamer –, die langfristige Verträge mit Produzenten abschließen sollen. Als mögliche Kandidaten für diese Rolle werden Unternehmen wie Uniper, RWE, EnBW, LEAG und die SuedLink GmbH (ein Joint Venture von TenneT und TransnetBW) genannt. Durch die Sicherung stabiler Preise und Lieferungen würden diese Firmen die Investitionsrisiken mindern und gleichzeitig den Abnehmern eine verlässliche Wasserstoffversorgung garantieren.

Zusätzlich sieht der Plan ein Contract-for-Difference-(CfD)-Modell auf der Nachfrageseite vor. Damit soll die Lücke zwischen den hohen Produktionskosten und der Zahlungsbereitschaft der Verbraucher geschlossen werden. Der VIK schätzt, dass die Subventionierung von einer Million Tonnen Wasserstoff pro Jahr eine Finanzierung im mittleren bis hohen einstelligen Milliardenbereich erfordern würde. Ohne eine solche Förderung bleibt erneuerbarer, elektrolytisch erzeugter Wasserstoff (RFNBO-konform) deutlich teurer als die Produktion auf Erdgasbasis – getrieben durch steigende Strompreise, Kapitalkosten und regulatorische Auflagen. Um Investitionen anzuziehen, muss der Fördermechanismus mindestens zehn Jahre Planungssicherheit bieten. Diese Stabilität gilt als entscheidend für den Aufbau von Produktionsanlagen, Infrastruktur und die Ermöglichung der industriellen Transformation.

Der VIK betont, dass die Midstreamer in der frühen Phase technologieneutral agieren sollten, um nicht nur RFNBO-Wasserstoff, sondern auch andere CO₂-arme Varianten zuzulassen. Während der Verkehrssektor von der Treibhausgasminderungsquote (THG-Quote) profitiert, die die Mehrkosten fast ausgleicht, fehlt der Industrie ein vergleichbarer Anreiz. Das VIK-Vorhaben zielt darauf ab, diese Lücke zu schließen, indem es Produzenten und Verbraucher effizient vernetzt und Wasserstoffprojekte reaktiviert, die aufgrund finanzieller Unsicherheiten ins Stocken geraten sind.

Das Midstreamer-Modell des VIK adressiert zentrale Hindernisse bei der Wasserstoff-Einführung in Deutschland. Durch langfristige Verträge, stabile Preise und staatliche Förderung sollen sowohl Kostensenkungen als auch Investitionssicherheit erreicht werden. Bei Umsetzung könnte der Plan helfen, die Kluft zwischen teurem klimaneutralem Wasserstoff und der industriellen Nachfrage zu überbrücken.