26 January 2026, 16:26

Indien als neue Hoffnung für deutsche Exporteure nach China-Rückgang

Eine detaillierte Karte von Indien von 1498 bis 1739, die europäische Siedlungen mit Text und Zahlen, Länder, Grenzen, wichtige Städte und Gewässer zeigt.

Indien als neue Hoffnung für deutsche Exporteure nach China-Rückgang

Ein mögliches Freihandelsabkommen zwischen der EU und Indien könnte deutschen Unternehmen neue Chancen eröffnen. Angesichts rückläufiger Exporte nach China bietet der wachsende indische Markt eine vielversprechende Alternative. Aktuelle hochrangige Gespräche in Neu-Delhi haben die Hoffnungen auf engere wirtschaftliche Beziehungen zwischen den beiden Regionen gestärkt.

Die deutschen Ausfuhren nach Indien sind seit 2019 um fast 40 Prozent gestiegen. Gleichzeitig gingen die Lieferungen nach China um etwa 15 Prozent zurück. Diese Entwicklung macht Indien zu einem immer wichtigeren Absatzmarkt für deutsche Maschinenbau- und Elektronikunternehmen, die ihre Abhängigkeit von chinesischen Importen verringern wollen.

Im Januar 2026 führten die Präsidentin der Europäischen Kommission, Ursula von der Leyen, und der Präsident des Europäischen Rates, António Costa, in Neu-Delhi entscheidende Gespräche. Die Treffen signalisierten einen Vorstoß für vertiefte Handels- und strategische Zusammenarbeit. Beide Seiten stehen nun vor der Herausforderung, Zugeständnisse so auszubalancieren, dass das Abkommen mehr Vorteile als Nachteile bringt. Die EU strebt eine Begrenzung der Stahlimporte aus Indien an, während sie gleichzeitig besseren Marktzugang für europäische Autos durchsetzen will. Indien hingegen zeigt sich zurückhaltend gegenüber der geplanten CO₂-Grenzsteuer der EU, die seine Exporte belasten könnte. Die Landwirtschaft wird voraussichtlich weitgehend aus dem Abkommen ausgeklammert. Darüber hinaus bietet Indiens starker IT-Sektor eine Alternative zur derzeitigen Abhängigkeit Europas von US-Technologiedienstleistungen. Ein Handelsabkommen könnte indische IT-Unternehmen enger in den europäischen Markt integrieren – zum Nutzen beider Volkswirtschaften.

Sollte das EU-Indien-Handelsabkommen finalisiert werden, könnte es die deutsche Exportlandschaft grundlegend verändern. Eine geringere Abhängigkeit von China und ein erweiterter Zugang zu Indiens IT- und Produktionssektor wären ein bedeutender Wandel. Das Ergebnis hängt davon ab, wie beide Seiten in den anstehenden Verhandlungen die noch bestehenden Differenzen überwinden.