Heidelberg Materials schließt Zementwerk Paderborn – 53 Jobs betroffen
Clara KrausHeidelberg Materials schließt Zementwerk Paderborn – 53 Jobs betroffen
Heidelberg Materials kündigt Schließung des Zementwerks in Paderborn an
Heidelberg Materials hat Pläne bekannt gegeben, sein Zementwerk in Paderborn zu schließen. Die Entscheidung folgt auf einen deutlichen Rückgang der Zementverkäufe und eine strategische Neuausrichtung hin zu kohlenstoffarmer Produktion. Von dem Schritt sind 53 Mitarbeiter betroffen, doch das Unternehmen hat zugesagt, sozialverträgliche Lösungen für sie zu prüfen.
Das Werk in Paderborn hatte seit 2022 den innovativen kohlenstoffarmen Zement des Konzerns, Ternocem®, in einer Pilotphase getestet. Dort lief ein kleiner Drehrohrofen im Testbetrieb, doch die weitere Entwicklung des Produkts wird nun an einen anderen Standort verlegt. Heidelberg Materials hat die Produktion von kohlenstoffarmem Zement inzwischen auf alle seine Standorte ausgeweitet, wodurch Paderborn seine bisherige Sonderrolle verliert.
Die Schließung ist Teil einer umfassenden Umstrukturierung des europäischen Produktionsnetzwerks des Unternehmens. Während das Zementwerk geschlossen wird, bleiben der Steinbruch des Tochterunternehmens Mineralik sowie der lokale Transportbetonbetrieb in Paderborn weiter in Betrieb.
Anleger reagierten verhalten auf die Nachricht. Am 26. Februar 2026 fiel die Aktie von Heidelberg Materials um 5,20 % auf 189,63 Euro, was die Verluste auf 8,86 % innerhalb einer Woche und 19,62 % über einen Monat ausdehnte. Seit Jahresbeginn hat der Kurs 14,60 % verloren und damit den Gesamtmarkt unterperformt – am selben Tag legte der DAX leicht um 0,12 % zu. Analysten haben ihre Kursziele nach unten korrigiert und verweisen auf vorsichtige Prognosen für 2026 sowie steigende Energiekosten als Hauptbelastungen.
Das Unternehmen betont, dass die Schließung sowohl der Marktnachfrage als auch der eigenen Klimastrategie entspricht. Gleichzeitig werden Maßnahmen ergriffen, um die betroffenen Mitarbeiter zu unterstützen, darunter mögliche Versetzungen in nahegelegene Werke.
Die Stilllegung des Paderborner Werks markiert einen wichtigen Schritt im Wandel von Heidelberg Materials hin zu kohlenstoffarmem Zement. Mit 53 betroffenen Arbeitsplätzen wird sich das Unternehmen darauf konzentrieren, Mitarbeiter wo möglich umzusetzen. Unterdessen schreitet die Anpassung der Produktionsstrategie voran, während der Konzern auf veränderte Marktbedingungen und Nachhaltigkeitsziele reagiert.