21 February 2026, 08:15

Hanau-Gedenken: Wie Deutschland fünf Jahre nach dem rassistischen Anschlag zusammensteht

Ein Strauss bunter Blumen liegt auf einem Gehweg neben einem Schild, im Hintergrund sind mehrere Gedenktafeln zu sehen.

Hanau-Gedenken: Wie Deutschland fünf Jahre nach dem rassistischen Anschlag zusammensteht

19. Februar 2020: Einer der tödlichsten rechtsextremen Anschläge Deutschlands der letzten Jahrzehnte

Am 19. Februar 2020 verübte ein Attentäter in Hanau einen der blutigsten rechtsextremen Anschläge der jüngeren deutschen Geschichte. Ein mit rassistischen Motiven handelnder Schütze tötete neun Menschen, ermordete anschließend seine Mutter und nahm sich selbst das Leben. Im Laufe der Jahre stieg die Zahl der Opfer auf zehn, nachdem 2023 und 2026 zwei weitere Verletzte ihren Verletzungen erlagen.

Der Anschlag ereignete sich am Abend des 19. Februar 2020, als der Täter zwei Shisha-Bars in Hanau attackierte. Neun Menschen – Gökhan Gültekin, Sedat Gürbüz, Said Nesar Hashemi, Mercedes Kierpacz, Hamza Kurtović, Vili Viorel Păun, Fatih Saraçoğlu, Ferhat Unvar und Kaloyan Velkov – kamen in jener Nacht ums Leben. Ibrahim Akkuş, der bei dem Angriff auf die Arena Bar schwer verletzt worden war, erlag am 10. Januar 2026 seinen Verletzungen. Damit erhöhte sich die Gesamtzahl der Todesopfer auf zehn.

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Gedenkveranstaltungen in ganz Deutschland

Anlässlich des Jahrestags fanden in zahlreichen Städten Gedenkveranstaltungen statt. In Köln beteiligten sich fast 1.000 Menschen an einem Marsch durch die Innenstadt – deutlich mehr als die erwarteten 500 Teilnehmer. In Aachen versammelten sich rund 300 Menschen zu einer Kundgebung und einem Demonstrationszug, organisiert von linksgerichteten und antifaschistischen Gruppen. Angehörige der Opfer hielten berührende Reden, während andere Redner die Versäumnisse bei der Aufarbeitung des Anschlags kritisierten.

Auch in weiteren Städten Nordrhein-Westfalens (NRW) wurde der Opfer gedacht. In Bochum veranstaltete das Integrationsbüro eine Gedenkfeier im Bermudadreieck, dem Ausgehviertel der Stadt, und setzte damit ein Zeichen gegen die Diskrepanz zwischen Feierkultur und Tragödie. Das Grillo-Theater in Essen bot eine Lesung an, und in Düsseldorf wurde eine Ausstellung mit begleitenden Diskussionsrunden gezeigt. Die Studentin Selin Eroglu nahm an der Veranstaltung in Aachen teil, um Solidarität gegen Rassismus zu zeigen und das Andenken an die Opfer wachzuhalten.

Ein Anschlag, der Deutschland erschütterte

Der Anschlag von Hanau bleibt einer der verheerendsten rechtsterroristischen Akte der jüngeren deutschen Geschichte. Jährlich finden Gedenkveranstaltungen statt, die zahlreiche Menschen zusammenbringen – entschlossen, der Opfer zu gedenken und sich gegen Rassismus zu stellen. Die Events mahnen zur fortwährenden Auseinandersetzung mit Extremismus und unterstreichen die Bedeutung des Erinnerns.