05 April 2026, 02:14

Hambacher Loch wird Deutschlands tiefster See – doch die Kritik schwappt hoch

Detailierte Weltkarte als Poster, die geplante Öl- und Gasleitungen zeigt, einschließlich Länder, Großstädte, Gewässer und erklärenden Text.

Hambacher Loch wird Deutschlands tiefster See – doch die Kritik schwappt hoch

Aus dem ehemaligen Tagebau Hambach wird Deutschlands tiefster See – doch Kritik an Umweltfolgen wächst

Der Energiekonzern RWE verwandelt den früheren Braunkohletagebau Hambach in Deutschlands tiefsten See. Ab 2030 soll das Becken geflutet werden und schließlich ein 42 Quadratkilometer großes Gewässer mit einer Tiefe von 365 Metern entstehen. Kritiker warnen jedoch vor den ökologischen Auswirkungen und dem Einsatz von Rheinwasser für das Vorhaben.

Der künftige See wird den derzeit tiefsten deutschen See, den Bodensee, um über 100 Meter übertreffen. RWE plant, Wasser aus dem Rhein durch 45 Kilometer Rohrleitungen zu pumpen – mit einer Kapazität von 18.000 Litern pro Sekunde. Bis das volle Volumen von 3,6 Milliarden Kubikmetern erreicht ist, wird die Flutung voraussichtlich bis etwa 2080 dauern.

Bis 2033 will das Unternehmen ein Drittel der Seetiefe füllen. Eine Wasserfläche von 1.200 Hektar soll bis 2040 entstehen. Umweltverbände wie der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) kritisieren jedoch, dass das Rheinwasser chemische Rückstände enthält und vor dem Einleiten in den Tagebau gefiltert werden müsse.

Der BUND warnt zudem vor weiteren ökologischen Risiken: Dazu zählen sinkende Grundwasserstände, die flachwurzelnde Bäume und geschützte Lebensräume gefährden könnten. Umgekehrte Fließrichtungen von Flüssen sowie Nährstoffüberschüsse aus landwirtschaftlichen Abflüssen während Dürreperioden verschärfen die Bedenken. Rechtliche Vorgaben wie das Wasserhaushaltsgesetz und die Fristen der Kommunalen Abwasserrichtlinie bis 2027 setzen das Projekt zusätzlich unter Druck.

Seit Langem gibt es Widerstand gegen die Zerstörung des Hambacher Forstes für den Braunkohleabbau. Nun stellen Kritiker infrage, ob die Umwandlung des Tagebaus in einen See den Verlust eines Naherholungsgebiets und die damit verbundenen Umweltkosten rechtfertigt.

Die Flutung wird Jahrzehnte in Anspruch nehmen; RWE peilt 2030 für die ersten Wassertransfers an. Falls fertiggestellt, würde der See mit großem Abstand Deutschlands tiefster werden. Doch ökologische Bedenken und rechtliche Auflagen könnten entscheiden, ob und wie das Projekt vorankommt.

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