Gütersloh kämpft mit Flaggenaktion gegen die hartnäckige Lohnlücke von 16 Prozent
Ella KrausGütersloh kämpft mit Flaggenaktion gegen die hartnäckige Lohnlücke von 16 Prozent
Gütersloh hat seine jährliche Kampagne zum Equal Pay Day gestartet, um auf die weiterhin bestehende Lohnlücke zwischen Männern und Frauen aufmerksam zu machen. Unter dem Motto "Jeden Tag gleiche Bezahlung" setzt sich die Stadt für fairere Vergütung und bessere Karrierechancen für Frauen ein. Im Rahmen der Initiative werden vom 23. Februar bis 2. März Flaggen am Rathaus gehisst.
Die unbereinigte Lohnlücke in Deutschland liegt seit 1998 unverändert bei etwa 16 Prozent – Frauen verdienen im Schnitt 16 Prozent weniger pro Stunde. Die bereinigte Lücke, die Faktoren wie Teilzeitarbeit berücksichtigt, verringerte sich 2024 leicht auf 6 Prozent, doch der Fortschritt bleibt nach 25 Jahren begrenzt. Bundesweit wird der Equal Pay Day in diesem Jahr am 27. Februar 2023 begangen.
In Gütersloh zeigt sich die Ungleichheit deutlich: 62,5 Prozent der Beschäftigten in Minijobs sind Frauen, während ihr Anteil in sozialversicherungspflichtigen Vollzeitstellen bei 46,7 Prozent liegt. Im gesamten Kreis arbeiten 81 Prozent der Teilzeitkräfte in weiblicher Hand. Dieser Trend setzt sich in der gesamten Region Ostwestfalen-Lippe fort, wo 54 Prozent der Frauen in reduzierter Stundenzahl tätig sind.
Die Stadt legt zudem einen Fokus auf Gleichstellung in Führungspositionen. Ziel ist es, den Frauenanteil in höheren Positionen zu erhöhen und gleichzeitig Weiterbildungsprogramme für weibliche Mitarbeiterinnen zu fördern.
Die Kampagne unterstreicht die anhaltenden Herausforderungen bei der Schließung der Lohnlücke, trotz jahrzehntelanger Aufklärungsarbeit. Mit Flaggenaktionen und geplanten öffentlichen Diskussionen bekräftigt Gütersloh sein Engagement für faire Löhne und Chancengleichheit am Arbeitsplatz. Die Zahlen zeigen jedoch, dass sowohl bei der Bezahlung als auch bei den Beschäftigungsmustern weiterhin erhebliche Unterschiede bestehen.






