Großrazzia in NRW: Abfallhändler soll 23.000 Tonnen Giftmüll illegal entsorgt haben
Clara KrausGroßrazzia in NRW: Abfallhändler soll 23.000 Tonnen Giftmüll illegal entsorgt haben
Großrazzia in Nordrhein-Westfalen: 63-jähriger Abfallhändler wegen illegaler Müllentsorgung angeklagt
Eine umfangreiche Ermittlung zu illegalen Mülldeponien in Nordrhein-Westfalen hat zu Anklagen gegen einen 63-jährigen Abfallvermittler aus Unna geführt. Dem Mann wird vorgeworfen, illegale Mülllager betrieben, gefährliche Abfälle ohne Genehmigung behandelt und Betrug in großem Stil organisiert zu haben. Seit Oktober vergangenen Jahres sitzt er in Untersuchungshaft, während die Behörden weiter gegen ein größeres kriminelles Netzwerk ermitteln.
Die Zentralstelle zur Bekämpfung der Umweltkriminalität des Landes untersucht den Fall bereits seit über 18 Monaten. Den Ermittlern zufolge sollen der Beschuldigte und seine Komplizen seit mindestens Januar 2024 gefährliche Abfälle angenommen, vermischt und falsch deklariert haben. Das System umfasste großflächige illegale Entsorgungen an mehreren Standorten, darunter auch im Tagebau Garzweiler.
Bei einer Durchsuchung seines Fahrzeugs wurden 120.000 Euro in bar, 200 Gramm Gold sowie weitere Wertgegenstände sichergestellt. Zudem wird ihm die illegale Ablagerung von rund 23.000 Tonnen belastetem Boden auf einem Gewerbegebiet in Selfkant zur Last gelegt. Eine ähnliche Menge soll in Kiesgruben bei Kamp-Lintfort entsorgt worden sein.
Für den Mann ist es nicht der erste Vorwurf dieser Art: Zwischen 2010 und 2013 war er an der illegalen Entsorgung von 25.000 Tonnen Ölpellets in einer Tongrube in Schermbeck beteiligt. Die aktuellen Ermittlungen deuten darauf hin, dass mehrere Entsorgungs-, Transport- und Baufirmen in das kriminelle Netzwerk verstrickt sein könnten.
Unterdessen leitet die Stadt Gelsenkirchen rechtliche Schritte ein, um Hersteller und Lieferanten nach dem Kreislaufwirtschaftsgesetz für eine ordnungsgemäße Abfallentsorgung zur Verantwortung zu ziehen.
Der Fall zeigt das Ausmaß illegaler Müllgeschäfte in der Region. Mit mehreren betroffenen Standorten und einem Netz verdächtiger Unternehmen laufen die Ermittlungen weiter. Dem Angeklagten drohen schwere Vorwürfe, darunter organisierter Betrug und Umweltvergehen. Mit weiteren juristischen Konsequenzen für weitere Beteiligte ist zu rechnen.