Grenzüberschreitender Güterzug zeigt Deutschlands veraltete Bahntechnik auf

Grenzüberschreitender Güterzug zeigt Deutschlands veraltete Bahntechnik auf
Eine Güterzugfahrt von den Niederlanden nach Deutschland zeigt die deutlichen Unterschiede in der Bahntechnologie innerhalb Europas auf. Hans Blom, ein erfahrener Lokomotivführer, erlebt auf seiner Route über die Grenze hinweg immer wieder Verzögerungen und Systemwechsel. Die Reise unterstreicht die zögerliche Einführung des Europäischen Zugsicherungssystems (ETCS) in Deutschland, wo bisher nur ein winziger Bruchteil der Strecken damit ausgestattet ist.
Hans Bloms Schicht beginnt im Rangierbahnhof Kijfhoek in den Niederlanden. Sein Zug, fast 700 Meter lang und beladen mit 50 Containern, setzt sich in Bewegung durch die Betuwe-Region – eine reine Güterverkehrsstrecke ohne Halte und Bahnübergänge. Der niederländische Abschnitt verläuft reibungslos, gesteuert durch digitale Signale unter ETCS, einem System, das Eisenbahnbetriebe in ganz Europa standardisieren und automatisieren soll.
Doch beim Annähern an die deutsche Grenze muss Blom von der digitalen Überwachung auf herkömmliche Signallichter an der Strecke umstellen. Das deutsche Schienennetz, gezeichnet von Unterfinanzierung und veralteter Infrastruktur, hat ETCS bisher nur auf 500 Kilometern – etwa 1,5 Prozent des gesamten Netzes – eingeführt. Die Deutsche Bahn hatte ursprünglich umfangreichere Digitalisierungspläne, musste diese jedoch aufgrund des schlechten Zustands vieler Strecken zurückfahren. Sowohl das Bundesverkehrsministerium als auch die Deutsche Bahn geben zu, dass bereitgestellte Mittel für die Modernisierung des Schienennetzes oft ungenutzt blieben. Bloms Fahrt, geprägt von kurzfristigen Umleitungen und Bauverzögerungen, spiegelt diese strukturellen Probleme wider. Selbst plötzlich auftretende Gleisschäden zwingen zu unerwarteten Routenänderungen, die seine Reise um Stunden verlängern.
Der Gegensatz zwischen den Niederlanden und Deutschland offenbart die ungleichmäßige Verbreitung von ETCS. Ohne eine flächendeckendere Umsetzung werden grenzüberschreitende Züge weiterhin mit Ineffizienzen und manuellen Anpassungen konfrontiert sein. Bis dahin müssen Lokomotivführer wie Blom bei jeder Fahrt ein Flickwerk aus alten und neuen Systemen bewältigen.

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