Gogols Der Revisor kehrt 190 Jahre später an den Ursprungsort zurück

Clara Kraus
Clara Kraus
2 Min.
Ein Blatt Papier mit der Aufschrift "Overture du Theatre de la Grande Salle du Palais Cardinal Mirame".Clara Kraus

Gogols Der Revisor kehrt 190 Jahre später an den Ursprungsort zurück

Das Thalia Theater bringt Der Revisor 2026 in einer historischen Neuinszenierung auf die Bühne

Unter der Regie von Waleri Fokin erlebt Nikolai Gogols Komödie Der Revisor am Thalia Theater eine vielbeachtete Wiederauferstehung – genau 190 Jahre nach der Uraufführung an gleicher Stelle, die 1836 in Anwesenheit von Zar Nikolaus I. stattfand. Die aktuelle Produktion knüpft bewusst an kaiserliche Traditionen an: So erklingt während der Vorstellung live die Hymne des Russischen Reiches.

Fokins Verbindung zu dem Stück reicht weit zurück. Bereits 2002 inszenierte er es am Thalia – genau ein Jahrhundert nach Wsewolod Meyerholds einflussreicher Fassung von 1926. Die Version von 2026 beginnt mit einem historischen Verweis: Bei der Premiere am 28. Februar saß Michail Piotrowski, Direktor der Eremitage, in der Zarenloge, während die kaiserliche Hymne gespielt wurde.

Das Ensemble verleiht den klassischen Rollen neuen Schwung. Sergei Parschin verkörpert den Stadtvorsteher mit einer Mischung aus grotesker Überzeichnung und natürlichem Sprachfluss. Tichon Schisnewskis Chlestakow wechsel zwischen dem gebildeten Salonlöwen und einem machtbesessenen Ungeheuer. Eduard Kotschergin, Chefausstatter des Großen Dramatischen Theaters, beschreibt Fokins Ansatz als nahtlos – eine gelungene Synthese aus präziser Dramaturgie, eindrucksvollen Bildern und Musik.

Ungewöhnlich endet die Vorstellung mit einem stummen Finale von eineinhalb Minuten, gefolgt von einer Bühnendiskussion zwischen Schauspielern und Kritikern. Konstantin Raikin erinnert sich in seinen 2026 erschienenen Memoiren an die frühe Begegnung mit Fokin und lobt dessen Regie als elegant und präzise. Nikolaus' I. berühmter Ausruf nach der Uraufführung 1836 – "Was für ein Stück! Jeder hat sein Fett wegbekommen – aber ich am meisten!" – hallt noch immer in der Theatergeschichte nach.

Fokins Inszenierung verbindet Vergangenheit und Gegenwart – von der Zarenloge bis zu modernen Bühnenmitteln. Die Verwendung der Kaiserhymne und die abschließende Diskussion spiegeln den vielschichtigen Ansatz wider. Mit dieser Neuauflage bewahrt das Thalia Theater die satirische Schärfe des Stücks und ehrt zugleich seine 190-jährige Tradition auf derselben Bühne.

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