Giftige Chemikalie aus Sonnencreme in fast allen Kindern nachgewiesen
Lotta WagnerUmweltbehörde: Schädliche Substanz in Urin von fast allen Kindern gefunden - Giftige Chemikalie aus Sonnencreme in fast allen Kindern nachgewiesen
In Deutschland wurde in fast allen getesteten Kindern und Jugendlichen ein gefährlicher Chemikalienstoff im Urin nachgewiesen, der mit Sonnencremes in Verbindung steht. Die Entdeckung aus dem Jahr 2025 betrifft das reproduktionstoxische MnHexP, ein Abbauprodukt eines längst verbotenen Weichmachers. Die Behörden führen die Belastung auf einen gängigen UV-Filter in Sonnenschutzmitteln zurück.
Erstmals aufmerksam wurden die Behörden vor zwei Jahren, als das Umweltbundesamt (UBA) in Urinproben Spuren eines schädlichen Weichmachers nachwies. Spätere Untersuchungen identifizierten Sonnencremes als Hauptquelle. Bei der fraglichen Substanz handelt es sich um MnHexP, ein Abbauprodukt von Di-n-hexyl-phthalat (DnHexP) – einem Stoff, der in der EU nicht zugelassen ist.
Im Frühling und Sommer 2025 analysierte das UBA Urinproben von Kindern und Jugendlichen. Die Ergebnisse zeigten, dass bei 92 Prozent der Probanden MnHexP nachweisbar war. Zwei Teilnehmer wiesen besonders hohe Werte auf – 83 bzw. 107 Mikrogramm pro Liter –, was den Richtwert der Behörde von 60 Mikrogramm pro Liter überschreitet. Als Ursache für die Belastung gilt Diethylamino-Hydroxybenzoyl-Hexyl-Benzoat (DHHB), ein UV-Filter, der in vielen Sonnencremes enthalten ist.
Trotz dieser Erkenntnisse treten verschärfte EU-Grenzwerte für DnHexP in Sonnenschutzmitteln erst im Januar 2027 in Kraft. Das UBA warnt, dass Kinder und Jugendliche weiterhin reproduktionstoxischen Stoffen wie MnHexP in bedenklichem Ausmaß ausgesetzt sind.
Die Befunde des UBA unterstreichen die anhaltende Belastung durch schädliche Chemikalien in Alltagsprodukten. Zwar werden die Vorschriften 2027 nachgeschärft, doch bleibt die aktuelle Situation für Kinder und Jugendliche riskant, da sie die als sicher geltenden Aufnahmemengen überschreiten könnten. Die Behörde überwacht weiterhin den MnHexP-Gehalt in Urinproben – insbesondere während der Hauptnutzungsphase von Sonnencreme in den wärmeren Monaten.






