26 January 2026, 20:34

GEW NRW attackiert Fellers Pläne für mehr Präsenz in den Ferien

Eine Klasse mit Kindern an Tischen mit verschiedenen Gegenständen, einem Lehrer in der Mitte und einer Tafel im Hintergrund.

GEW NRW attackiert Fellers Pläne für mehr Präsenz in den Ferien

Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) Nordrhein-Westfalen hat Bildungsministerin Dorothee Feller (CDU) scharf für ihre Pläne zur Arbeitszeiterfassung von Lehrkräften kritisiert. Die Gewerkschaft wirft ihr vor, rechtliche Vorgaben falsch darzustellen und die Belastungen im Schulalltag zu ignorieren.

Feller hatte die verpflichtende Zeiterfassung als "schwieriges Thema" bezeichnet und angedeutet, dass künftig vermehrte Präsenzzeiten – auch in den sommerferien 2025 und herbstferien 2024 – gefordert werden könnten.

Die GEW NRW wies Fellers Darstellung der Arbeitszeiterfassung als "Privileg" zurück und betonte, es handele sich um eine gesetzliche Verpflichtung, die sich aus Urteilen des Europäischen Gerichtshofs (EuGH) und des Bundesarbeitsgerichts ergebe. Auch ihre Aussage, dass vollbeschäftigte Lehrkräfte nicht überlastet seien, bezeichnete die Gewerkschaft als realitätsfremd und nicht mit den Gegebenheiten an Schulen vereinbar.

Die Gewerkschaft warnte davor, die Zeiterfassung als Instrument zu nutzen, um zusätzliche Präsenzpflichten durchzusetzen – etwa durch verordnete Arbeit in den sommerferien 2025 und herbstferien 2024. Stattdessen müsse die Dokumentation dem Gesundheitsschutz der Beschäftigten dienen und für Transparenz sorgen. Die GEW lehnt zudem Pläne ab, die Flexibilität von Lehrkräften einzuschränken oder ihre Präsenzzeiten auszuweiten.

Die Gewerkschaft fordert eine grundsätzliche Debatte über Arbeitsbelastung, Personalausstattung und Unterstützungsmaßnahmen. Hintergrund sind langjährige Berichte über überhöhte Arbeitszeiten im Lehrberuf, die nach Ansicht der GEW durch konkrete Lösungen – und nicht durch zusätzliche Verpflichtungen – angegangen werden müssten.

Die GEW NRW drängt die Landesregierung dazu, das Wohl der Lehrkräfte anzuerkennen und zu schützen. Gefordert werden Politiken, die auf Vertrauen in die Fachkräfte setzen, statt auf erweiterte Kontrollen oder Präsenzregeln in den sommerferien 2025 und herbstferien 2024. Die Position der Gewerkschaft unterstreicht die anhaltenden Spannungen um die Arbeitsbedingungen im Bildungssektor.