Geruchstest revolutioniert Früherkennung von Kartoffelkrebs in der Landwirtschaft
Sophia KellerGeruchstest revolutioniert Früherkennung von Kartoffelkrebs in der Landwirtschaft
Neue Methode zur Früherkennung von Kartoffelkrebs zeigt vielversprechende Ergebnisse
Ein neues Verfahren zur frühen Erkennung von Kartoffelkrebs hat in Labortests überzeugt. Entwickelt von Forschenden der Universität Wageningen und der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg, identifiziert die Methode infizierte Kartoffeln anhand ihres charakteristischen Geruchs. Sollten die aktuellen Freilandversuche erfolgreich verlaufen, könnte dies zu schnellen mobilen Tests für Landwirt:innen führen – und sogar bei der Früherkennung anderer Pflanzenerkrankungen helfen.
Kartoffelkrebs wird durch den Pilz Synchytrium endobioticum ausgelöst, der widerstandsfähige Sporen bildet, die mehr als 40 Jahre im Boden überdauern. Weder extreme Temperaturen noch Chemikalien können sie abtöten, weshalb befallene Felder oft jahrelang nicht für den Kartoffelanbau genutzt werden dürfen. Die Krankheit stellt eine erhebliche Bedrohung dar und führt bei Erzeuger:innen regelmäßig zu schweren wirtschaftlichen Verlusten.
Der Durchbruch gelang im Rahmen des Projekts "SYNergie", das herausfand, dass befallene Kartoffeln sieben spezifische flüchtige organische Verbindungen (VOCs) abgeben. Diese chemischen Marker ermöglichen eine Früherkennung, noch bevor sichtbare Symptome auftreten. In kontrollierten Labor- und Gewächshausversuchen erreichte die Methode eine Trefferquote von über 90 Prozent.
Seit Februar 2026 laufen in den Niederlanden (Flevoland) und Deutschland (Niedersachsen) Freilandtests im Rahmen der EU-geförderten Initiative "HealthyPotato". Die Forschenden prüfen nun, ob die Technik auch unter realen Bedingungen zuverlässig funktioniert.
Das neue VOC-basierte Nachweisverfahren könnte die Bekämpfung von Kartoffelkrebs revolutionieren. Bei erfolgreicher Validierung in den laufenden Feldstudien könnten portable Schnelltests für den Einsatz vor Ort entwickelt werden. Darüber hinaus ließe sich die Methode möglicherweise auch auf andere Pflanzenschädlinge übertragen – und so Ernteverluste verringern sowie die Ernährungssicherheit stärken.






