Gericht zwingt X: Fake-Profil von Jan Böhmermann muss verschwinden
Sophia KellerGericht zwingt X: Fake-Profil von Jan Böhmermann muss verschwinden
Ein deutsches Gericht hat X angewiesen, ein Fake-Profil zu sperren, das den Satiriker Jan Böhmermann nachahmt. Die Entscheidung fällt nach wiederholten provokativen Postings des gefälschten Accounts mit dem Namen "Jan Boehmermann (Parodie) ZDF Neo Royale". Böhmermanns Anwaltsteam drängt nun auf weitere Schritte gegen die Plattform selbst.
Das Landgericht Köln erließ eine einstweilige Verfügung gegen X und untersagte dem Unternehmen, das Fake-Profil zu hosten oder zu verbreiten. Der Betrüger nutzte Böhmermanns eigenes Foto und veröffentlichte mehrfach täglich Inhalte. Ziel des Accounts sei es gewesen, laut der Klage, Hass gegen den Komiker zu schüren und rechtsextreme Nutzer auf der Plattform zu mobilisieren.
Böhmermanns Anwälte werfen X vor, Profit – etwa durch Einnahmen aus Fake-Accounts – über die Bekämpfung von Desinformation zu stellen. Zwar geht es dem Satiriker selbst weniger um seinen persönlichen Ruf, doch sein Team plant weitere rechtliche Schritte. Sie wollen X zwingen, Gewinne offenzulegen, die mit gefälschten Inhalten unter seinem Namen erzielt wurden.
X kann gegen die einstweilige Verfügung noch Widerspruch einlegen. Der Fall könnte richtungsweisend dafür werden, wie Plattformen künftig mit Identitätsdiebstahl und manipulierten Inhalten umgehen.
Die Gerichtsentscheidung verpflichtet X, den Fake-Account umgehend zu löschen. Böhmermanns Team bereitet zusätzliche Klagen vor, um finanzielle Gewinne aus gefälschten Profilen aufzudecken. Das Ergebnis könnte beeinflussen, wie soziale Medien ähnliche Fälle in Zukunft behandeln.






