Geheime Castor-Route nach Datenpanne kurz öffentlich einsehbar
Ein als geheim eingestufter Drohnen-Flugverbotsbereich entlang einer Route für Atomtransporte wurde versehentlich online veröffentlicht. Die Details tauchten auf der Digitalen Plattform für Unbemannte Luftfahrt (dipul.de) des Bundesverkehrsministeriums auf, bevor sie wieder entfernt wurden. Noch haben die Behörden nicht erklärt, wie es zu dem Fehler kam oder warum die Informationen mehr als einen Tag lang öffentlich zugänglich blieben.
Die versehentlich bekannt gewordene Strecke erstreckt sich über 170 Kilometer von Jülich nach Ahaus in Nordrhein-Westfalen. Diese Verbindung, die kürzeste Autobahnverbindung zwischen den beiden Standorten, soll für den nächsten Castor-Transport radioaktiver Abfälle genutzt werden. Das Flugverbot war für den Zeitraum vom 20. bis 27. März 2026 ausgewiesen.
Atomtransporte in Deutschland werden seit Langem als vertrauliche Information behandelt. Die Behörden stufen sie als mögliche Terrorziele oder Brennpunkte für Proteste ein. In der Vergangenheit führten solche Transporte zu massiven Demonstrationen, etwa zur Blockade von Dannenberg 2010, als sich 7.000 Protestierende versammelten. Jahre lang dominierten juristische Auseinandersetzungen und Sicherheitsbedenken die Schlagzeilen, wobei das Bundesverfassungsgericht wiederholt die Rechtmäßigkeit der Transporte bestätigte.
Die öffentliche Aufmerksamkeit ließ seitdem nach. Nach dem Atomausstieg Deutschlands 2023 gingen sowohl Proteste als auch mediale Berichterstattung deutlich zurück. Der aktuelle Vorfall jedoch weckte für kurze Zeit alte Konflikte, da die Route von Mittwochabend bis Donnerstag einsehbar war. Das Verkehrsministerium hat bisher keine Stellungnahme zu Fragen des Senders WDR bezüglich des Datenlecks oder dessen Folgen abgegeben.
Die versehentliche Veröffentlichung wirft Fragen zur Datensicherheit bei sensiblen Transporten auf. Das Schweigen des Ministeriums lässt zentrale Punkte ungeklärt – etwa, ob der Fehler Auswirkungen auf die Sicherheit künftiger Transporte haben könnte. Zwar bleibt die Route weiterhin geheim, doch der Vorfall hat bereits erneut die Aufmerksamkeit auf die Handhabung der Logistik für Atommüll gelenkt.






