05 March 2026, 18:12

Gefälschte Plakate für "Null-Euro-Tickets" sorgen für Aufsehen an deutschen Bahnhöfen

Ein Plakat, das eine Bahn in Berlin, Deutschland, bewirbt und ein Bild einer Bahn mit Text darauf zeigt.

Gefälschte Plakate für "Null-Euro-Tickets" sorgen für Aufsehen an deutschen Bahnhöfen

Gefälschte Plakate, die "Null-Euro-Tickets" für kostenlose Fahrten bewerben, sind an über 20 deutschen Bahnhöfen aufgetaucht. Die Aktivistengruppe Widerstands-Kollektiv bekannte sich zu der Aktion und erklärte, ihr Ziel sei es, eine Debatte über die Verkehrspolitik Deutschlands anzustoßen. Die Deutsche Bahn verurteilte die Kampagne als betrügerisch und prüft nun rechtliche Schritte.

Die Plakate ähnelten stark den offiziellen Werbeanzeigen der Deutschen Bahn und warben für kostenlose Fahrten im gesamten Land. Die Gruppe schaltete zudem eine Website unter bahn-kostenlos.info, die dem Auftritt des Unternehmens nachempfunden war. Ihr Anliegen war es, sich für einen kostenlosen Öffentlichen Nahverkehr einzusetzen und die Förderung von Dienstwagen zugunsten von Bussen und Zügen umzulenken.

Das Werbeunternehmen Ströer, das für die Plakatflächen zuständig ist, bestätigte, dass die nicht autorisierten Materialien entfernt wurden. Bei der als Adbusting bekannten Praxis werden Werbeflächen mit politischen oder satirischen Botschaften verändert oder ersetzt. Zwar ist dies nicht immer illegal, doch haben deutsche Gerichte in der Vergangenheit entschieden, dass es zu Bußgeldern oder Unterlassungsverfügungen kommen kann, wenn die ursprünglichen Plakate beschädigt oder unsachgemäß behandelt werden.

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Die Deutsche Bahn wies die Kampagne als irreführend zurück und prüft mögliche juristische Maßnahmen. Das Widerstands-Kollektiv bestreitet jegliches Fehlverhalten und betont, die Aktion habe lediglich auf Mängel in der deutschen Verkehrstransition aufmerksam machen sollen. Bisher wurden keine offiziellen Anklagen erhoben, doch schließt das Unternehmen zivil- oder strafrechtliche Schritte nicht aus.

2019 urteilte ein Gericht in einem ähnlichen Fall, dass Adbusting strafbar sein kann, wenn die ursprünglichen Materialien nicht erhalten bleiben. Rechtliche Konsequenzen umfassen in der Regel Schadensersatz wegen Markenrechtsverletzungen oder Sachbeschädigung, wobei die Urteile je nach Einzelfall variieren.

Die gefälschten Plakate wurden zwar entfernt, doch die Diskussion über kostenlosen Nahverkehr geht weiter. Während die Deutsche Bahn rechtliche Schritte in Erwägung zieht, beharrt die Aktivistengruppe darauf, dass es sich um eine Form des Protests gehandelt habe. Der Vorfall unterstreicht die anhaltenden Spannungen zwischen der Reform der Verkehrspolitik und den Werberegelungen in Deutschland.