14 February 2026, 18:26

Gänseliesel-Brunnen feiert 125 Jahre mit Rückkehr einer legendären Tradition

Eine Zeichnung eines prächtigen Brunnens mit detaillierten Skulpturen und einer Statue darauf, umgeben von einer Gruppe von Menschen.

Kussverbot gelockert: Gänseliesel kann wieder geküsst werden - Gänseliesel-Brunnen feiert 125 Jahre mit Rückkehr einer legendären Tradition

Göttingens berühmter Gänseliesel-Brunnen feiert in diesem Jahr sein 125-jähriges Jubiläum. Die Statue, ein geliebtes Wahrzeichen der Stadt, ist seit langem mit einer einzigartigen Studententradition verbunden: Frischgebackene Doktoranden küssten sie einst, um ihren akademischen Erfolg zu feiern. Nun erhält die Öffentlichkeit erstmals seit einem Jahrhundert die seltene Gelegenheit, diesen Brauch wiederaufleben zu lassen.

Der Gänseliesel-Brunnen entwickelte sich zu Beginn des 20. Jahrhunderts zu einem Symbol akademischer Leistungen. Jahrzehntelang küssten frisch promovierte Absolventen der Universität Göttingen die Statue – was ihr den Spitznamen das am meisten geküsste Mädchen der Welt einbrachte. Das Ritual stärkte das Gemeinschaftsgefühl und den Stolz der Studierenden und wurde zu einem festen Bestandteil des Universitätslebens.

1926 wurde die Tradition offiziell verboten. Die ständigen Küsse hatten die Statue abgenutzt und sichtbare Schäden am Brunnen verursacht. 1990 ersetzte eine Replik das Original, doch das Verbot blieb bestehen – bis heute.

Anlässlich des 125-jährigen Jubiläums hebt Göttingen die Einschränkung nun vorübergehend auf. An drei Terminen im Jahr 2026 – am 19. April, 4. Juni und 27. September – dürfen Besucher in den Brunnen steigen. Sie können die Statue küssen oder sich für Fotos positionieren und so für kurze Zeit ein Stück der akademischen Stadtgeschichte wiederbeleben.

Die vorübergehende Aufhebung des Verbots bietet Einheimischen wie Touristen eine seltene Chance. An den ausgewählten Tagen wird der Brunnen erneut zu einem erlebbaren Teil des Göttinger Kulturerbes. Die Stadt hofft, mit dieser Geste das Erbe der Statue zu würdigen und sie gleichzeitig für kommende Generationen zu bewahren.