Frohnhausens Bürger fordern mehr Betreuungsplätze und Verkehrssicherheit vom OB
Lotta WagnerFrohnhausens Bürger fordern mehr Betreuungsplätze und Verkehrssicherheit vom OB
Rund 120 Anwohner trafen sich zum ersten Bürgerdialog des Jahres mit Essen's Oberbürgermeister Thomas Kufen in Frohnhausen. Im Mittelpunkt der Veranstaltung standen Sorgen über lokale Dienstleistungen, den Verkehr sowie die Unterstützung für Migranten. Viele Teilnehmer äußerten zudem Enttäuschung über die jüngste Schließung des Jugendzentrums im benachbarten Holsterhausen.
Den Auftakt der Diskussionen bildeten der öffentliche Nahverkehr und die Verkehrssicherheit. Kritisch angemerkt wurden die unzuverlässigen Fahrten der Buslinie 145 sowie die anhaltenden Verkehrsprobleme in der Gervinusstraße und der Adelkampstraße. Zwar stieß die neue Bringzone an der Cosmas-und-Damian-Schule auf Zustimmung, doch die Forderung nach einem Fußgängerüberweg an der Berliner Straße bleibt weiterhin unerfüllt.
Ein weiteres drängendes Thema war der Mangel an Betreuungsplätzen. Zwar soll sich die Situation für Kinder unter drei Jahren verbessern, doch bei den Drei- bis Sechsjährigen übersteigt die Nachfrage nach Plätzen weiterhin das Angebot. Der Oberbürgermeister räumte ein, dass dies angesichts der hohen Bevölkerungsdichte in Frohnhausen – rund 33.400 Einwohner – eine besondere Herausforderung darstelle.
Kufen verwies zudem auf jüngste Investitionen in Spielplätze und Grünflächen, nannte jedoch keine konkreten Zahlen zu den Sanierungsmaßnahmen. Er betonte die Bedeutung bürgerschaftlichen Engagements und rief die Anwohner auf, sich ehrenamtlich zu beteiligen oder Patenschaften für Spielplatzprojekte zu übernehmen. Auch die soziale Infrastruktur und Unterstützungsangebote für Migranten standen im Fokus – ein Spiegel der vielfältigen Bevölkerungsstruktur: Mehr als ein Drittel der Bewohner verfügt über eine doppelte Staatsbürgerschaft oder ist nicht deutsch, bei Minderjährigen liegt der Anteil sogar bei fast 58 Prozent.
Mit Bedauern wurde die Schließung des Jugendzentrums in der Harkortstraße in Holsterhausen zur Sprache gebracht. Viele fürchten, dass ähnliche Kürzungen künftig auch die Einrichtungen in Frohnhausen treffen könnten.
Der Dialog endete mit einem Appell für eine engere Zusammenarbeit zwischen Stadtverwaltung und Bürgerschaft. Kufens Aktualisierungen zu Verkehrssicherheit, Kinderbetreuung und Grünflächen wurden zur Kenntnis genommen, doch zahlreiche Anliegen – etwa der Fußgängerüberweg oder die Zuverlässigkeit des Busverkehrs – bleiben vorerst ungelöst. Weitere Gespräche sind geplant, da sich die Nachbarschaft weiterhin für Verbesserungen einsetzt.