Forschungszusammenarbeit bricht ein: Russland isoliert sich, USA verlieren Klimaforscher:innen

Clara Kraus
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Ein Plakat, das eine Berliner Secession im Jahr 1900 ankündigt und eine Frau in einem roten Kleid zeigt, die ein Objekt hält, mit Text, der Informationen zum Ereignis enthält.Clara Kraus

Forschungszusammenarbeit bricht ein: Russland isoliert sich, USA verlieren Klimaforscher:innen

Forschungszusammenarbeit zwischen den USA, Deutschland und Russland steht vor schweren Erschütterungen. In Russland wurde der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD) als "unerwünschte Organisation" eingestuft, was zur Schließung seines Moskauer Büros zwingt. Unterdessen richten amerikanische Wissenschaftler:innen ihren Blick vermehrt auf Europa, da unter der Regierung Trump die Förderung für Klimaforschung drastisch gekürzt wird.

Das russische Justizministerium hat den DAAD kürzlich auf die Liste unliebsamer Organisationen gesetzt. Diese Einstufung hat zur Folge, dass nicht nur das DAAD-Büro in Moskau, sondern auch das Deutsche Haus für Forschung und Innovation geschlossen werden müssen. Russischen Bürger:innen, die weiterhin mit dem DAAD kooperieren, drohen nun strafrechtliche Konsequenzen.

In den USA führen die Kürzungen bei Bundesmitteln zu massiven Einschnitten in der Klimaforschung. Seit Donald Trump im Januar 2025 sein Amt angetreten hat, sind die Zuschüsse der National Science Foundation (NSF) und des Energieministeriums (Department of Energy, DOE) um 25 bis 40 Prozent zurückgegangen. Eliteuniversitäten wie Harvard, Stanford und Princeton suchen nun verzweifelt nach privaten und internationalen Fördergeldern. Die politische Prioritätenverschiebung – weg von der Klimaforschung, hin zu Energiesicherheit – lässt viele Forscher:innen ohne Unterstützung zurück.

Als direkte Folge wenden sich immer mehr US-Wissenschaftler:innen nach Europa. Die Alexander-von-Humboldt-Stiftung und die Max-Planck-Gesellschaft verzeichnen einen deutlichen Anstieg an Anfragen aus den USA. Auch die Bewerbungen für DAAD-Stipendien für Masterstudiengänge in Deutschland haben sich mehr als verdoppelt. DAAD-Präsident Joybrato Mukherjee betont, es gebe derzeit "viel Bewegung" in den Forschungstrends.

Gleichzeitig lässt das Interesse deutscher Studierender und Promovierender an einem Aufenthalt in den USA nach. Die Anfragen für einen Forschungs- oder Studienaufenthalt in Amerika sind um etwa zehn Prozent zurückgegangen.

Die Schließung der DAAD-Aktivitäten in Russland reißt die akademischen Verbindungen zwischen beiden Ländern ab. In den USA treibt die gekürzte Forschungsförderung Wissenschaftler:innen ins Ausland, während deutsche Studierende amerikanische Universitäten zunehmend meiden. Diese Entwicklungen spiegeln tiefgreifende Verschiebungen in der globalen Forschungszusammenarbeit und den politischen Prioritäten wider.

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