Flucht eines Sexualstraftäters aus Münsters Psychiatrie: Europaweite Fahndung läuft
Sophia KellerFlucht eines Sexualstraftäters aus Münsters Psychiatrie: Europaweite Fahndung läuft
Aus einer psychiatrischen Klinik in Münster-Amelsbüren entwich im September 2022 ein verurteilter Sexualstraftäter. Der 33-jährige Iraner, der seit 2020 in Haft saß, kehrte von einem genehmigten Ausgang nicht zurück und ist seitdem flüchtig. Die Behörden haben eine internationale Fahndung eingeleitet und einen europäischen Haftbefehl zu seiner Ergreifung erlassen.
Der Flüchtige war im Februar 2020 in die forensische Abteilung der Klinik eingewiesen worden, nachdem er wegen versuchter Vergewaltigung, Körperverletzung und Drogendelikten verurteilt worden war. Der schwerwiegendste Vorwurf betraf den Versuch, eine 14-jährige Schülerin in Münster 2019 zu vergewaltigen. Trotz seiner Vorstrafen erhielt er im September 2022 einen begleiteten Ausgang – und verschwand.
Die Polizei leitete zwar umgehend Ermittlungen ein, entschied sich jedoch gegen eine öffentliche Fahndung. Die Staatsanwaltschaft hielt später zentrale Details zurück und berief sich auf die verminderte Schuldfähigkeit des Täters. Das Gesundheitsministerium von Nordrhein-Westfalen bestätigte die Flucht, verwies aber für weitere Fragen an die Ermittlungsbehörden.
Der Träger der Klinik, die Alexianer GmbH, lehnte eine Stellungnahme ab. Unterdessen erklärte eine lokale Bürgerinitiative mit dem Namen "AlexianerForensik – Sicherheit VOR Therapie", der Vorfall belege ihre langjährigen Bedenken hinsichtlich des Umgangs mit Patienten im Kontakt mit Kindern.
Mittlerweile wird vermutet, dass sich der Gesuchte außerhalb Deutschlands aufhält. Die Behörden fahren die Fahndung europaweit fort. Seine Flucht wirft Fragen nach den Sicherheitsstandards in forensischen Psychiatrien auf. Weitere Details wurden bis zum Abschluss der Ermittlungen nicht bekannt gegeben.






