01 February 2026, 14:33

Familienunternehmen distanzieren sich nach Protesten von AfD-Einladung

Ein altes deutsches Aktienzertifikat, ausgestellt von der deutschen Regierung, mit gedrucktem Text und handgeschriebenen Zahlen.

Evonik-Chef warnt kleine Unternehmen vor Annäherung an AfD - Familienunternehmen distanzieren sich nach Protesten von AfD-Einladung

Der Verband der Familienunternehmen hat seine Entscheidung rückgängig gemacht, AfD-Abgeordnete zu einer parlamentarischen Veranstaltung im nächsten Jahr einzuladen. Der Schritt erfolgte, nachdem mehrere prominente Mitglieder aus Protest ihren Rückzug angekündigt hatten. Evonik-Chef Christian Kullmann hatte zuvor die wachsenden Verbindungen zwischen deutschen Mittelstandsfirmen und der rechtspopulistischen Partei kritisiert.

Die Kontroverse begann, als der Verband Pläne bekannt gab, AfD-Politiker zu einer Veranstaltung im Oktober 2025 einzuladen. Bekanntheiten distanzierten sich umgehend, woraufhin die Organisatoren die Einladung zurückzogen.

Evoniks Vorstandsvorsitzender Christian Kullmann sprach sich gegen den Trend aus, dass sich Unternehmen mit der AfD verbünden. Er führte diese Entwicklung auf Ängste vor wirtschaftlichen Schwierigkeiten und sozialem Niedergang zurück. Sein Unternehmen, das im vergangenen Jahr einen Umsatz von 15,2 Milliarden Euro erzielte und mehr als 30.000 Mitarbeiter beschäftigt, steht teilweise im Eigentum der RAG-Stiftung – dem größten Anteilseigner mit knapp 47 Prozent.

Kullmann rief die Wirtschaft auf, die Zusammenarbeit mit der rechtsextremen Gruppierung abzulehnen. Es gibt keine verlässlichen Zahlen darüber, wie viele mittelständische Unternehmen die AfD seit 2020 öffentlich unterstützt oder engere Kontakte zur Partei gesucht haben.

Die Kehrtwende des Verbands unterstreicht die Spannungen zwischen Wirtschaftsführern und dem wachsenden Einfluss der AfD. Kullmanns Warnungen spiegeln die breiteren Sorgen über politischen Extremismus im deutschen Unternehmenssektor wider. Die Affäre hat die Gräben offenbart, die darüber bestehen, wie Unternehmen mit rechtsextremen Bewegungen umgehen sollten.