06 May 2026, 20:10

Familientagespflege in Bergisch Gladbach kämpft ums Überleben durch sinkende Geburten und Kita-Konkurrenz

Plakat mit der Aufschrift "Brauchen die Armen die Hilfe ihrer Kinder?" mit Text und Bildern.

Familientagespflege in Bergisch Gladbach kämpft ums Überleben durch sinkende Geburten und Kita-Konkurrenz

Familientagespflege in Bergisch Gladbach steht vor wachsenden Herausforderungen

In Bergisch Gladbach gerät die Familientagespflege zunehmend unter Druck, da die Geburtenraten sinken und gleichzeitig immer mehr Kita-Plätze geschaffen werden. Trotz 46 unbesetzten Betreuungsplätzen für das kommende Jahr berichten Tagespflegepersonen von wachsendem Druck durch Eltern, die ihre Kinder in Kitas ummelden. Manche fürchten, später keine Chancen mehr zu haben, andere wechseln vorzeitig – was die Betreuenden in finanzielle und emotionale Not bringt.

Die Geburtenzahlen in Bergisch Gladbach gehen seit Jahren zurück, sodass es mittlerweile mehr Betreuungsplätze als Kleinkinder gibt. Diese Entwicklung hinterlässt bei Tagespflegepersonen Dutzende freie Plätze für das nächste Betreuungsjahr. Zwar bevorzugen viele Eltern für Kinder unter drei Jahren nach wie vor die familiäre Betreuung, doch oft wechseln sie aus vermeintlichem Druck oder Sorge, später keine Kita-Plätze mehr zu bekommen, in institutionelle Einrichtungen.

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Sarah Heller, Vorsitzende der Interessengemeinschaft Kindertagespflege Bergisch Gladbach, warnt, dass sich die Lage weiter zuspitzt. Sie selbst hat kürzlich ihren Ausstieg aus dem Beruf bekannt gegeben – mit Verweis auf finanzielle Belastungen und Unsicherheit. Ihr Statement „Für die Kindertagespflege ist nichts Gutes in Sicht“ spiegelt die Sorgen vieler Kolleginnen und Kollegen wider.

Kitas werben häufig aktiv um Eltern, um freie Plätze zu besetzen, was dazu führt, dass manche Familien die Tagespflege bereits nach wenigen Wochen oder Monaten verlassen. Diese Instabilität stürzt die Betreuenden in existenzielle Nöte, da sie auf eine verlässliche Auslastung angewiesen sind. Jenni Löllgen, eine weitere Vertreterin der Interessengemeinschaft, betont, dass die Tagespflege „eine wertvolle Ergänzung im Betreuungssystem“ sei und nicht in Konkurrenz zu Kitas stehen sollte. Die Gruppe pocht darauf, dass die familiennahe Betreuung – besonders für Kinder unter drei Jahren – unverzichtbar bleibt.

Der Rückgang der Geburtenzahlen und der Ausbau der Kita-Plätze haben die Familientagespflege in Bergisch Gladbach in eine schwierige Lage gebracht. Mit 46 unbesetzten Plätzen und finanziell instabilen Betreuenden bleibt die Zukunft des Systems ungewiss. Gleichzeitig belastet das Hin- und Her der Eltern sowohl die Tagespflegepersonen als auch die Familien.

Quelle