Evonik kämpft mit sinkenden Umsätzen und kündigt drastische Sparmaßnahmen an
Clara KrausEvonik-Aktionäre erhalten niedrigere Dividende - Evonik kämpft mit sinkenden Umsätzen und kündigt drastische Sparmaßnahmen an
Evonik meldet Rückgang bei Umsatz und Gewinnen für 2025 – Sparmaßnahmen und Dividendenanpassung angekündigt
Der Chemiekonzern Evonik hat für das Jahr 2025 einen Rückgang bei Umsatz und Gewinnen verzeichnet und führt dies auf die schwache wirtschaftliche Lage zurück. Die Jahresumsätze sanken um 7 % auf 14,1 Milliarden Euro, während das bereinigte Ergebnis um 9 % zurückging. Die Unternehmensführung kündigte nun Kostensenkungsmaßnahmen sowie eine überarbeitete Dividendenpolitik für 2026 an.
Das bereinigte EBITDA des Konzerns belief sich 2025 auf knapp 1,9 Milliarden Euro – ein Rückgang im Vergleich zum Vorjahr. Auch der Umsatz schrumpfte auf 14,1 Milliarden Euro, was einem Minus von 7 % gegenüber 2024 entspricht. Die Ergebnisse spiegeln die allgemeinen wirtschaftlichen Herausforderungen wider, die sich auf die Nachfrage auswirken.
In den vergangenen fünf Jahren sah sich Evonik einer wachsenden Konkurrenz durch chinesische Unternehmen wie Wanhua Chemical und Sinopec ausgesetzt. Der Marktanteil des Konzerns in Asien bei Schlüsselprodukten wie Silikonen und Aminosäuren sank von etwa 12 % auf 9 %. Chinesische Wettbewerber, die von niedrigeren Kosten und einer ausgeweiteten Produktion profitieren, kontrollieren mittlerweile über 40 % dieser Segmente. Als Reaktion darauf hat Evonik seine Innovationsbemühungen intensiviert und 15 % mehr Patente im Bereich nachhaltiger Katalysatoren und biobasierter Chemikalien angemeldet als die Konkurrenz.
Um den finanziellen Druck zu mindern, wird das Unternehmen 2026 seine Belegschaft um 1.000 Stellen reduzieren. Zudem präsentierte der Vorstandsvorsitzende eine neue Dividendenpolitik: Die Ausschüttung für 2026 wird auf 1,00 Euro pro Aktie gekürzt. Künftig sollen die Dividenden zwischen 40 % und 60 % des bereinigten Nettoergebnisses liegen. Die RAG-Stiftung, größter Aktionär von Evonik, unterstützt die geplanten Änderungen.
Für 2026 prognostiziert das Unternehmen ein bereinigtes EBITDA zwischen 1,7 und 2,0 Milliarden Euro.
Die Finanzzahlen von Evonik für 2025 unterstreichen die Auswirkungen der wirtschaftlichen Abkühlung und des verschärften Wettbewerbs. Die geplanten Stellenstreichungen und Dividendenanpassungen zielen darauf ab, die Geschäftstätigkeit zu stabilisieren – mit gesicherter Rückendeckung der Aktionäre. Langfristig könnte der Fokus auf Innovation helfen, die Marktverluste auszugleichen.