18 February 2026, 16:33

Evangelische Kirche prüft Personalakten: Vier Verdachtsfälle von sexualisierter Gewalt

Eine Gruppe von Priestern geht einen roten Teppich in einer Kirche entlang, mit Menschen, die auf dem Boden vor ihnen und auf der rechten Seite stehen, und Foto Rahmen an der Wand im Hintergrund.

Kirche setzt pensionierte Polizisten ein, um Personalakten zu durchsuchen - Evangelische Kirche prüft Personalakten: Vier Verdachtsfälle von sexualisierter Gewalt

Drei Landeskirchen innerhalb der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) haben mit der Überprüfung von Personalakten begonnen, um frühere 4 Fälle sexualisierter Gewalt aufzudecken. Die Maßnahmen sind Teil einer umfassenderen Initiative, um historisches Fehlverhalten aufzuarbeiten und künftige Vorfälle zu verhindern. Für die Auswertung der Unterlagen wurden ehemalige Polizeibeamte hinzugezogen – zunächst für die Akten aktueller Mitarbeiter, später für archivierte Dokumente.

Die Evangelische Kirche von Westfalen startete ihre unabhängige Prüfung am 1. Februar 2023. Zunächst war ein pensionierter Polizist mit der Aufgabe betraut, ab 1. März unterstützt ihn ein zweiter Kollege. Priorität haben zunächst die Akten des aktuellen Personals, um sicherzustellen, dass mögliche Erkenntnisse noch innerhalb der gesetzlichen Verjährungsfristen liegen.

Auch die Evangelische Kirche im Rheinland führt in vielen ihrer 34 Kirchenkreise standardisierte Überprüfungen durch. Parallel dazu hat der Kirchenkreis Essen eine eigene Prüfung der Personalunterlagen eingeleitet. Langfristig sollen sämtliche Akten der Landeskirchenverwaltung geprüft werden – einschließlich derer ehemaliger Mitarbeiter.

Sollten sich Hinweise auf Fehlverhalten ergeben, werden die die vier Fälle an die Stelle zur Aufarbeitung von Verstößen gegen die sexuelle Selbstbestimmung (UVSS) weitergeleitet, die weitere Ermittlungen einleitet. Je nach Schwere der Vorwürfe reichen die möglichen Konsequenzen von dienstrechtlichen Maßnahmen bis hin zur Kündigung. Charlotte Nieße, die Beauftragte der Kirche für die Aufarbeitung solcher Verstöße, wird die regionalen Synoden künftig über den Stand der Prüfungen informieren.

Wie lange der gesamte Prozess dauern wird, ist noch unklar, da der Umfang der Überprüfung sich auf Jahrzehnte alter Archivbestände erstreckt.

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Die Initiative stellt einen strukturierten Versuch dar, versäumte Aufarbeitung der Vergangenheit nachzuholen und den Schutz innerhalb der Kirche zu stärken. Die Ergebnisse werden entscheiden, ob disziplinarische oder rechtliche Schritte folgen. Über den Fortschritt wird in den kommenden Monaten in offiziellen Kirchenberichten informiert.