26 April 2026, 22:13

EU-Recht auf Reparatur in Kraft – doch Unternehmen fürchten höhere Kosten für Verbraucher

Eine Europa-Karte mit dem Logo des European Environmental Bureau links oben, in verschiedenen Grüntönen schattiert.

EU-Recht auf Reparatur in Kraft – doch Unternehmen fürchten höhere Kosten für Verbraucher

Neue EU-Richtlinie zum "Recht auf Reparatur" in Kraft – doch Unternehmen warnen vor höheren Kosten

Seit Juli 2024 gilt eine neue EU-Richtlinie zum "Recht auf Reparatur", die Verbrauchern die Instandsetzung defekter Elektro- und Haushaltsgeräte erleichtern soll. Demnach müssen Hersteller auch nach Ablauf der Garantie Reparaturen zu fairen Preisen anbieten. Doch Unternehmen befürchten, dass sowohl die Reparaturkosten als auch die Preise für Neugeräte steigen könnten.

Die Verordnung, die bis Juli 2026 in deutsches Recht umgesetzt werden muss, verpflichtet Firmen, Reparaturen über die gesetzliche Garantiezeit hinaus anzubieten. Wird ein Produkt während der Garantie repariert, verlängert sich diese automatisch um ein weiteres Jahr.

Handel und Hersteller sehen praktische Hürden Doch die Branche zeigt sich skeptisch: Rund 74 Prozent der Händler geben zu, dass ihnen qualifiziertes Personal fehlt, um eine mögliche Flut an Reparaturanfragen zu bewältigen. Gleichzeitig erwarten 68 Prozent der Geschäfte und 63 Prozent der Hersteller, dass die Reparaturkosten für Kunden steigen werden.

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Uneinigkeit über Preisentwicklung bei Neugeräten Wie sich die Regelung auf die Preise neuer Produkte auswirkt, wird unterschiedlich beurteilt: Nur 37 Prozent der Hersteller rechnen mit höheren Kosten für Neuware, doch 62 Prozent der Händler gehen davon aus, dass neue Geräte teurer werden. Diese Diskrepanz deutet darauf hin, dass der Handel die zusätzlichen Reparaturkosten möglicherweise auf andere Weise an die Verbraucher weitergibt.

Kritiker monieren, dass steigende Reparaturpreise das eigentliche Ziel der Richtlinie – mehr Nachhaltigkeit durch längere Nutzungsdauern – unterlaufen könnten. Statt Reparaturen zu fördern, könnten höhere Gebühren Verbraucher eher zum vorzeitigen Neukauf bewegen.

Die "Recht auf Reparatur"-Richtlinie ist nun in Kraft, Deutschland hat bis Mitte 2026 Zeit für die nationale Umsetzung. Zwar soll die Regelung Abfall reduzieren und Verbrauchern Geld sparen – doch viele Unternehmen rechnen damit, dass sowohl Reparaturen als auch Neugeräte teurer werden. Ob die Politik ihr Ziel erreicht, hängt davon ab, ob es der Wirtschaft gelingt, sich anzupassen, ohne die Preise für die Kunden zu erhöhen.

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