12 March 2026, 08:13

Düsseldorfs umstrittenes Drogenhilfezentrum nach Zürcher Vorbild kommt – doch Anwohner protestieren

Eine Zeichnung eines Parks mit Menschen, die spazieren gehen, umgeben von Bäumen, Gebäuden, einer Brücke und einem bewölkten Himmel, mit dem Text "Die zweite Dombrücke in Düsseldorf" unten.

Düsseldorfs umstrittenes Drogenhilfezentrum nach Zürcher Vorbild kommt – doch Anwohner protestieren

Düsseldorf treibt Pläne für neues Drogenhilfezentrum in Oberbilk voran – nach Zürcher Vorbild

Die Stadt Düsseldorf setzt sich mit Nachdruck für ein neues Drogenberatungs- und Konsumzentrum im Stadtteil Oberbilk ein, das sich am Zürcher Modell zur Bewältigung von Suchtproblemen orientiert. Die Koalitionsregierung hat für das Projekt 3,3 Millionen Euro bereitgestellt, dessen Angebote ab diesem Sommer schrittweise eingeführt werden sollen. Doch die Pläne stoßen bereits jetzt auf massiven Widerstand bei Anwohnern und Initiativen.

Das Zentrum wird nach dem sogenannten "Zürcher Modell" arbeiten, das Schadensminimierung mit strengen Regeln für die öffentliche Ordnung verbindet. In Zürich ermöglichen drei spezielle Einrichtungen den kontrollierten Konsum unter hygienischen Bedingungen, begleitet von Beratungs- und Drogencheck-Angeboten. Außerhalb dieser Räume gilt eine Null-Toleranz-Politik gegenüber öffentlichem Drogenkonsum und -handel. Die Düsseldorfer Verwaltung versichert, das neue Zentrum werde die Sicherheit am Hauptbahnhof und in angrenzenden öffentlichen Bereichen verbessern.

In Oberbilk sollen Beratungsgespräche, medizinische Grundversorgung und psychiatrische Unterstützung angeboten werden. Aufgrund des modularen Aufbaus werden nicht alle Leistungen auf einmal starten. Doch besonders die Lage in einem Wohngebiet hat viele Anwohner verärgert – darunter Eltern aus nahen Schulen und Kitas.

Bei einer Bürgerversammlung am Donnerstagabend sahen sich die Verantwortlichen der Stadt mit scharfer Kritik konfrontiert. Die "Bürgerinitiative Eisenstraße" hat über 2.200 Unterschriften gegen das Vorhaben gesammelt und argumentiert, es verstoße gegen geltendes Recht. Stattdessen fordern die Gegner eine härtere Gangart der Polizei. Trotz des Widerstands hält die Stadt an der Umsetzung fest.

Die erste Phase des Zentrums soll in den kommenden Monaten eröffnet werden, finanziert aus dem diesjährigen Haushalt. Die lokale Opposition bleibt jedoch unnachgiebig: Anwohner und Aktivisten stellen sowohl die Rechtmäßigkeit als auch den Standort infrage. Die Stadt betont indes, das an Zürich angelehnte Konzept werde den Drogenkonsum auf der Straße verringern und gleichzeitig dringend benötigte Hilfsangebote schaffen.

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