14 March 2026, 12:13

Düsseldorfs "fiftyfifty"-Magazin kämpft ums Überleben – Verkaufseinbruch bedroht Obdachlosenhilfe

Eine Zeitung mit einer Zeichnung von zwei Personen, eine sitzend und eine stehend, mit den Worten "Die Obdachlosen Armen" darauf.

Düsseldorfs "fiftyfifty"-Magazin kämpft ums Überleben – Verkaufseinbruch bedroht Obdachlosenhilfe

Düsseldorfs "fiftyfifty"-Magazin, das von obdachlosen und marginalisierten Verkäufer:innen angeboten wird, verzeichnet einen drastischen Rückgang der Verkaufszahlen. Die Auflage ist von einst 40.000 Exemplaren auf unter 12.000 im Januar dieses Jahres gesunken. Der Einbruch fällt in eine Zeit, in der die Printmedienbranche insgesamt kämpft und die Verkäufer:innen von zunehmender Feindseligkeit in der Öffentlichkeit berichten.

Das Magazin ist seit langem eine Überlebenshilfe für Menschen ohne Wohnraum. Die Verkäufer:innen verdienen ihr Geld auf würdige Weise mit dem Verkauf jeder Ausgabe, während das Projekt selbst soziale Initiativen finanziert. Eine Wohltätigkeitsgalerie mit Werken bekannter Künstler:innen sowie Spenden tragen zusätzlich zur Finanzierung bei.

Doch "fiftyfifty" bietet mehr als nur Einkommen: Es schafft Struktur, menschliche Verbindungen und ein Gefühl von Selbstwert. Als sichtbares Zeichen der Solidarität hält es das Thema Obdachlosigkeit in der öffentlichen Diskussion präsent. Das Magazin überbrückt die Kluft zwischen Verkäufer:innen, Leser:innen und der breiten Gesellschaft.

Um die steigenden Kosten zu bewältigen, wurde der Preis pro Ausgabe auf 3,40 Euro erhöht. Dennoch bleibt das Magazin günstiger als alltägliche Ausgaben wie ein Kaffee oder ein Busticket. "fiftyfifty" erscheint sowohl in gedruckter als auch in digitaler Form – die Online-Version funktioniert wie eine Loskarte: Auch hier verdienen die Verkäufer:innen an jedem Verkauf.

Der Rückgang der Auflage hängt teilweise mit den allgemeinen Herausforderungen der Printmedien zusammen. Doch die Verkäufer:innen, insbesondere solche mit Migrationshintergrund, sehen sich zudem wachsendem Rassismus und aggressivem Verhalten ausgesetzt. Ohne "fiftyfifty" würden viele nicht nur ihr Einkommen, sondern auch ein lebenswichtiges Unterstützungsnetz verlieren.

Die Zukunft des Magazins bleibt ungewiss, während die Verkaufszahlen weiter sinken. Seine Rolle als Garant für finanzielle Stabilität, gesellschaftliche Sichtbarkeit und praktische Hilfe für obdachlose Menschen steht auf dem Spiel. Ohne Gegenmaßnahmen würde das Verschwinden von "fiftyfifty" eine unverzichtbare Plattform für marginalisierte Stimmen in Düsseldorf beseitigen.

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