Düsseldorfer Ausstellung ehrt vergessene jüdische Pioniere der Industriegeschichte
Sophia KellerDüsseldorfer Ausstellung ehrt vergessene jüdische Pioniere der Industriegeschichte
Eine neue Ausstellung in Düsseldorf würdigt drei jüdische Unternehmer, deren bahnbrechende Arbeit die industrielle Geschichte der Stadt prägte. Unter dem Titel „INNOVATIV, ERFOLGREICH, JÜDISCH“ wird ab dem 31. Oktober 2024 das Wirken von Abraham Freundlich, Albert Schöndorff und Ludwig Loewy gewürdigt – Pioniere, deren Erbe das NS-Regime auslöschen wollte. Ihre Erfindungen in den Bereichen Kältetechnik, Transport und Maschinenbau veränderten den Alltag, doch ihre Geschichten waren fast in Vergessenheit geraten.
Abraham Freundlich, ein Autodidakt und Erfinder, revolutionierte die Kühltechnik in Düsseldorf. Seine Innovationen legten den Grundstein für moderne Kühlsysteme, doch nach 1933 wurde sein Unternehmen durch NS-Boykotte und die zwangsweise „Arisierung“ zerstört. Beraubt seines Lebenswerks starb Freundlich 1938 in Düsseldorf.
Albert Schöndorffs Einfluss reichte von der Bettfertigung bis zum öffentlichen Nahverkehr. 1890 gründete er in der Stadt eine Bettenfabrik, bevor er zu einer Schlüsselfigur im Ausbau des Straßenbahnnetzes wurde. Doch 1933 wurde er aus seinem eigenen Unternehmen vertrieben. Neun Jahre später deportierte man ihn nach Auschwitz, wo er ums Leben kam.
Der böhmische Ingenieur Ludwig Loewy machte das Düsseldorfer Unternehmen Schloemann zum weltweiten Vorreiter im Bau hydraulischer Pressen. 1936 zur Flucht gezwungen, ließ er sich in Großbritannien nieder und leistete während des Krieges einen entscheidenden Beitrag zur alliierten Luftfahrt. Seine Arbeit trug maßgeblich zum Sieg im Zweiten Weltkrieg bei und prägte die Branche für Jahrzehnte.
Die Ausstellung in der Mahn- und Gedenkstätte Düsseldorf ist bis zum 28. September 2025 zu sehen. Besucher können nachvollziehen, wie diese drei Männer Technik und Gesellschaft veränderten – trotz systematischer Versuche, ihre Leistungen aus dem kollektiven Gedächtnis zu tilgen.
Der Eintritt ist frei. Die Schau bietet die Gelegenheit, die Verdienste von Freundlich, Schöndorff und Loewy wiederzuentdecken. Ihre Erfindungen trieben einst Düsseldorfs Aufstieg voran, während ihre persönlichen Schicksale die brutale Realität der NS-Verfolgung widerspiegeln. Indem ihre Leistungen bewahrt werden, stellt die Ausstellung sicher, dass ihre Namen – und ihr Wirken – nicht länger vergessen werden.






