Duisburgs dunkles Erbe: Zwangssterilisationen im NS-Regime unter der Lupe
Sophia KellerDuisburgs dunkles Erbe: Zwangssterilisationen im NS-Regime unter der Lupe
Öffentlicher Vortrag zu Zwangssterilisationen in Duisburg während der NS-Zeit am 19. Februar 2023
Am 19. Februar 2023 findet in Duisburg ein öffentlicher Vortrag über Zwangssterilisationen in der NS-Zeit statt. Unter der Leitung von Dr. Bernd Kern von der Universität Duisburg-Essen wird die historische und juristische Dimension dieser Praktiken im "Dritten Reich" beleuchtet.
Die Veranstaltung beginnt um 18:15 Uhr in der DenkStätte, der Gedenkstätte im Stadtarchiv am Karmelitzplatz 5 im Duisburger Innenhafen. Der Eintritt ist frei, eine Anmeldung nicht erforderlich – die Teilnehmerzahl ist jedoch auf 60 Personen begrenzt.
Im Mittelpunkt steht das "Gesetz zur Verhütung erbkranken Nachwuchses", das am 14. Juli 1933 in Kraft trat und bis 1949 angewendet wurde. Dr. Kern analysiert dessen Umsetzung in Duisburg und geht auf politische, soziale und wirtschaftliche Faktoren ein, die die Durchsetzung prägten. Anhand von Statistiken und Fallbeispielen wird die Wirkung des Gesetzes untersucht.
Obwohl die genaue Zahl der Zwangssterilisationen in Duisburg nicht dokumentiert ist, erließen regionale Gerichte im Bezirk des Oberlandesgerichts Hamm entsprechende Anordnungen. Der Vortrag nennt keine konkreten lokalen Einrichtungen, thematisiert aber das übergeordnete rechtliche und administrative System.
Die Veranstaltung bietet einen detaillierten Einblick in ein dunkles Kapitel der Duisburger Geschichte. Durch die Verknüpfung von Rechtsanalyse, historischen Quellen und Fallstudien soll ein besseres Verständnis dafür entstehen, wie diese Politik in der Stadt umgesetzt wurde. Der Zugang ist für alle offen – eine Voranmeldung ist nicht nötig.