Duisburgs dunkles Erbe: Unbekannte NS-Verbrechen kurz vor Kriegsende
Lotta WagnerDuisburgs dunkles Erbe: Unbekannte NS-Verbrechen kurz vor Kriegsende
Ein wenig bekanntes Kapitel der Duisburger Geschichte wird in einem bevorstehenden Vortrag beleuchtet. Am 8. März 2023 spricht der Historiker Thorsten Fischer über die sogenannten "Endphasenverbrechen", die in den letzten Wochen des Zweiten Weltkriegs verübt wurden. Die Veranstaltung findet um 15 Uhr im Kultur- und Stadthistorischen Museum statt.
Ende März und Anfang April 1945 ließ der Duisburger Polizeichef Franz Bauer 38 Menschen ohne Prozess hinrichten. Die Erschießungen fanden am 21. März und 9. April statt – nur wenige Tage vor der Befreiung der Stadt. Nach dem Einmarsch der Alliierten am 12. April wurden die Opfer aus einem Massengrab auf dem Waldfriedhof exhumiert.
Die Leichen wurden später auf dem König-Heinrich-Platz erneut bestattet. Der amerikanische Stadtkommandant verfügte daraufhin, dass die Stätte als würdiger Friedhof erhalten bleiben solle. Im Laufe der Zeit wurden diese Grabstätten als "Russengräber" bekannt – ein schmerzhafter Mahnort für die NS-Greueltaten.
Der Vortrag wirft Licht auf eine dunkle, aber oft übersehene Phase der Duisburger Vergangenheit. Die Gräber sind bis heute ein sichtbares Erbe der Verbrechen, die in den letzten Kriegstagen begangen wurden. Fischers Referat soll diese nahezu vergessene Episode wieder ins Bewusstsein rücken.






