Dortmunds radikaler Neuanfang: Warum Brandt, Süle und Özcan gehen müssen
Ella KrausDortmunds radikaler Neuanfang: Warum Brandt, Süle und Özcan gehen müssen
Borussia Dortmund steht vor einem großen Umbruch in diesem Sommer. Der Verein wird die auslaufenden Verträge von Julian Brandt, Niklas Süle und Salih Özcan nicht verlängern. Geschäftsführer Carsten Cramer bezeichnet diesen Schritt als bewusste Entscheidung, um die Zukunft der Mannschaft neu zu gestalten.
Die Abgänge von Brandt und Süle markieren eine klare Wende in Dortmunds Strategie. In den vergangenen Spielzeiten stand der Klub oft in der Kritik, weil er bei Schlüsselspielern zu lange mit Entscheidungen wartete und dabei eine eher zögerliche Haltung einnahm. Nun betont Cramer, dass die Zeit für konsequentes Handeln gekommen sei – die Veränderungen böten die Chance, selbstbewusst nach vorne zu blicken.
Dortmunds Modell setzt zunehmend darauf, junge Talente zu fördern und sie später für hohe Ablösesummen an Top-Klubs zu verkaufen. Aktuelle Beispiele sind die Wechsel von Erling Haaland zu Manchester City oder Jude Bellinghams Transfer zu Real Madrid. Dieser Ansatz steht im deutlichen Kontrast zur Strategie des FC Bayern München, der etablierte Stars wie Harry Kane oder Matthijs de Ligt verpflichtet. Unterdessen verfolgt auch RB Leipzig in der Saison 2025/26 weiterhin eine ähnliche, auf Nachwuchs ausgerichtete Linie.
Trotz des personellen Umbruchs will der BVB nicht komplett auf Erfahrung verzichten. Der aktuelle Mannschaftskapitän Emre Can, dessen Vertrag ebenfalls in diesem Sommer ausläuft, soll einen neuen Vertrag erhalten. Cramer macht deutlich: Die Neuausrichtung bedeute zwar, sich von bewährten Kräften zu trennen, gleichzeitig bleibe Führung – auf und neben dem Platz – jedoch unverzichtbar.
Die anstehenden Veränderungen werden Dortmunds Fähigkeit auf die Probe stellen, Erneuerung und Kontinuität in Einklang zu bringen. Indem der Klub auf etablierte Spieler verzichtet und stattdessen auf junge Talente setzt, wettert er auf eine langfristige Vision. Ob diese Strategie aufgeht, hängt davon ab, wie schnell die Nachwuchskräfte die hinterlassenen Lücken füllen können.






