Dortmunds Ethikkommission zur Großwildjagd schläft – und die Jagd und Hund-Messe steht vor der Tür
Sophia KellerDortmunds Ethikkommission zur Großwildjagd schläft – und die Jagd und Hund-Messe steht vor der Tür
Dortmunder Ethikkommission zur Großwildjagd seit über einem Jahr untätig
Die Ethikkommission der Stadt Dortmund zur Großwildjagd liegt seit mehr als einem Jahr auf Eis. Die 2023 nach langen Debatten ins Leben gerufene Gruppe sollte eigentlich die Praktiken im Zusammenhang mit Veranstaltungen wie der Messe Jagd und Hund überprüfen. Doch mit der bevorstehenden nächsten Auflage der Messe werden die Fragen nach ihrem Zweck und ihren Fortschritten immer drängender.
Die Kommission entstand nach jahrelangen hitzigen Diskussionen im Stadtrat. Vor allem die Grünen und die Linke hatten sich für ihre Gründung eingesetzt, um die ethischen Aspekte des Verkaufs von Jagd-Safaris und deren Auswirkungen auf den Artenschutz zu untersuchen. Themen wie das Artensterben und die moralische Rechtfertigung der Großwildjagd sollten im Mittelpunkt ihrer Arbeit stehen.
Doch seit ihrer Gründung gibt es keine Protokolle von Sitzungen oder Beschlüsse. Bürgermeister Alexander Kalouti räumte kürzlich ein, dass die Akten der Kommission unvollständig seien und kein Bericht vorliege. Diese Untätigkeit spaltet den Rat: Während die CDU signalisierte, einen späteren Sitzungstermin zu akzeptieren, lehnt die rechtspopulistische AfD die Kommission komplett ab.
Der Druck wuchs, als Grünen, SPD, Linke und kleinere Fraktionen mit einer Mehrheit beschlossen, die Kommission noch vor der Sommerpause wieder zusammenzurufen. Die anstehende Jagd und Hund-Messe verleiht der Sache zusätzliche Dringlichkeit – die Stadtspitze muss nun entscheiden, ob die Gruppe ihr Mandat endlich angeht oder weiter schweigt.
Seit dem umstrittenen Vorschlag Botswanas zur Elefantenjagd im Jahr 2022 gab es keine neuen Stellungnahmen der Bundesregierung oder anderer Städte zur kommerziellen Großwildjagd in Afrika.
Die anhaltende Untätigkeit der Ethikkommission lässt zentrale Fragen unbeantwortet. Ohne Bericht oder klare nächste Schritte steht Dortmunds Führung vor wachsender Kritik, während die Jagd und Hund-Messe näher rückt. Die Stadt muss nun klären, ob die Kommission ihre Aufgabe erfüllen wird – oder weiter im Dornröschenschlaf verbleibt.