Deutschlands Goldschatz wächst auf 177 Milliarden – doch die Risiken auch
Ella KrausDeutschlands Goldschatz wächst auf 177 Milliarden – doch die Risiken auch
Deutschland besitzt 3.352 Tonnen Gold, verteilt auf nur drei Standorte: Frankfurt, New York und London. Der Wert dieser Reserven ist seit 2005 von 13,6 Milliarden Euro auf heute rund 177 Milliarden Euro explodiert. Nun befeuern wachsende Sicherheitsbedenken und geopolitische Risiken die Forderungen nach einer Rückholung der Goldbestände.
Die Debatte um die deutschen Goldreserven reicht mehr als ein Jahrhundert zurück. Bereits 1912 erklärte der Finanzier John Pierpont Morgan berühmt: "Gold ist Geld – alles andere ist Kredit." Seine Worte hallen bis heute nach, denn Gold bleibt ein einzigartiges Vermögenswert ohne Ausfallrisiko – anders als Papierwährungen oder Finanzinstrumente.
Heute lagert Deutschlands Gold an nur drei Orten: 51 Prozent in Frankfurt, 37 Prozent in New York und 12 Prozent in London. Kein anderes Land oder keine andere Institution hält Anteile an diesen Beständen. Der starke Anstieg des Goldpreises in den letzten 20 Jahren hat diese Reserven nicht nur deutlich wertvoller, sondern auch deutlich riskanter gemacht – etwa bei Verlust oder Diebstahl.
Aktuelle Ereignisse haben die Sorgen weiter verschärft. Der Bankraub 2023 bei einer Sparkasse in Gelsenkirchen offenkundigte selbst bei versicherten Tresoren Schwachstellen. Auch Anleger in goldgedeckten Wertpapieren wie Xetra-Gold oder Euwax-Gold tragen Risiken, da es sich um Inhaberschuldverschreibungen handelt, die von der Bonität des Emittenten abhängen.
Trotz des Drucks hat Bundesbank-Präsident Joachim Nagel Rückholungsforderungen zurückgewiesen. Er betont, die Federal Reserve Bank of New York biete ausreichend Sicherheit und Unabhängigkeit. Kritiker hingegen argumentieren, dass geopolitische Spannungen oder ein erneuter Preisschub beim Goldpreis die Diskussion wieder entfachen könnten.
Der Wert der deutschen Goldreserven ist dramatisch gestiegen – und damit auch die Risiken bei Lagerung und Sicherheit. Zwar zeigen sich die Verantwortlichen von den aktuellen Regelungen überzeugt, doch Diebstahlsgefahren, Insolvenzrisiken oder sich verschiebende politische Machtverhältnisse halten die Rückholdebatte am Leben. Vorerst bleibt das Gold des Landes, wo es ist – doch die Diskussion ist damit keineswegs beendet.