Deutsche Bahn in Giftmüll-Skandal: 24.000 Tonnen belastetes Erdreich illegal entsorgt
Ella KrausDeutsche Bahn in Giftmüll-Skandal: 24.000 Tonnen belastetes Erdreich illegal entsorgt
Eine groß angelegte Ermittlung hat die illegale Entsorgung von 24.000 Tonnen belastetem Erdreich von einer Baustelle der Deutschen Bahn aufgedeckt. Der Aushub, der beim Bau eines neuen ICE-Wartungsdepots in Dortmund anfiel, soll ohne die erforderlichen Genehmigungen entsorgt worden sein. Drei Männer, darunter ein 63-Jähriger aus Unna, müssen sich nun wegen des Vorwurfs vor Gericht verantworten.
Im Mittelpunkt des Falls steht der Bau des 400-Millionen-Euro-Hightech-Wartungsdepots der Deutschen Bahn in Dortmund. Die Anlage, die Mitte 2027 in Betrieb gehen soll, ist für die Wartung von bis zu 17 ICE-Zügen täglich ausgelegt und wird als klimaneutral beworben. Doch zwischen Februar und November 2024 verschwanden fast 1.000 Lkw-Ladungen belastetes Erdreich von der Baustelle spurlos.
Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass das Material von einem Recyclingunternehmen aus Soest abtransportiert und in zwei Kiesgruben am Niederrhein illegal abgeladen wurde. Für die Gruben in Rossenray und Rossenrayer Feld Süd, wo der Großteil des Aushubs landete, lagen niemals Entsorgungsgenehmigungen vor. Das Recyclingunternehmen soll mit der illegalen Aktion etwa 360.000 Euro erwirtschaftet haben.
Der Hauptverdächtige, ein 63-jähriger stellvertretender Betriebsleiter, ist bereits vorbestraft. Er verbüßte bereits eine Haftstrafe wegen seiner Verwicklung in einen Skandal um die illegale Entsorgung giftiger Ölpellets. Zwei weitere Komplizen stehen ebenfalls im Zusammenhang mit dem aktuellen Fall unter Ermittlung.
Die Ermittlungen werfen Fragen auf, wie die Deutsche Bahn die Entsorgung von Abfällen auf ihren Baustellen überwacht. Die Staatsanwaltschaft prüft nun, ob Versäumnisse bei der Aufsicht des Unternehmens die illegale Ablagerung ermöglicht haben. Bei einer Verurteilung drohen den Verantwortlichen schwere Strafen wegen Umweltvergehen.






