11 January 2026, 08:29

Corny Littmann feiert 50 Jahre Bühne – ein Leben für Hamburgs Kultur und Aktivismus

Menschen auf Stühlen auf einer Bühne mit Namensschildern und Mikrofonen auf einem Tisch, Zuschauer im Publikum, eine Projektionsfläche und Beleuchtung an Eisenstangen im Hintergrund.

Theaterdirektor Corny Littmann feiert 50-jähriges Bühnenjubiläum - Corny Littmann feiert 50 Jahre Bühne – ein Leben für Hamburgs Kultur und Aktivismus

Corny Littmann, der bekannte Theaterregisseur, Schauspieler und Impresario, feiert am 13. Januar sein 50-jähriges Bühnenjubiläum. Geboren 1952 in Münster, zog er mit 15 nach Hamburg und prägte dort über Jahrzehnte die Kulturszene der Stadt. Seine Karriere umfasst Schauspiel, Regie und Aktivismus – mit nachhaltigem Einfluss auf Theater und Fußball gleichermaßen.

Sein künstlerischer Werdegang begann 1976, als er Brühwarm mitgründete, Deutschlands erste offen schwule Theatergruppe. Sechs Jahre später, 1982, startete er gemeinsam mit Gunter Schmidt die Tourneetheatergruppe Familie Schmidt, die ihre Stücke einem breiteren Publikum zugänglich machte.

1988 eröffneten sie mit der Show „Sag ‚Bitte‘, dann sing ich“ das Schmidt Theater auf der Hamburger Reeperbahn. Die Spielstätte entwickelte sich zu einem Ort für mutige Inszenierungen, die Komödie, Musik und gesellschaftskritische Themen verbanden. Einer der größten Erfolge war die „Schmidt Mitternachtsshow“, eine Mischung aus Varieté und Laientalent. Als der NDR die Sendung ausstrahlte, erlangte sie bundesweite Bekanntheit und festigte Littmanns Ruf. Doch sein Wirken beschränkte sich nicht auf die Bühne: 2003 übernahm er überraschend das Amt des Präsidenten beim FC St. Pauli, das er bis 2010 innehatte. Seine Amtszeit fiel mit dem Aufstieg des Vereins zusammen – nicht nur sportlich, sondern auch als Symbol für progressive Werte. Parallel blieb er der Schauspielerei treu, inszenierte weiter und spielte oft „gebrochene Charaktere“, die seine eigenen Erfahrungen widerspiegelten.

1991 erweiterte er sein kulturelles Imperium mit der Eröffnung von Schmidts Tivoli, 2015 folgte Schmidtchen. Diese Häuser etablierten sich neben dem Schmidt Theater als zentrale Orte des Hamburger Nachtlebens und Kulturgeschehens. Über die Jahre setzte sich Littmann zudem unermüdlich für LGBTQ+-Rechte ein und nutzte seine Plattform, um Akzeptanz und Sichtbarkeit voranzutreiben.

Sein 50-jähriges Schaffen hat Hamburg und darüber hinaus geprägt – von bahnbrechendem queeren Theater bis zur Führung eines Kult-Fußballclubs. Das Jubiläum würdigt nicht nur seine Langlebigkeit, sondern auch seinen Einfluss in den Bereichen Unterhaltung, Aktivismus und Gemeinschaftsarbeit.