Christian Ulmen in schwerer Krise: Ex-Frau wirft ihm jahrelangen digitalen Missbrauch vor
Lotta WagnerChristian Ulmen in schwerer Krise: Ex-Frau wirft ihm jahrelangen digitalen Missbrauch vor
Schauspieler und Komiker Christian Ulmen sieht sich schweren Vorwürfen seiner Ex-Frau Collien Fernandes ausgesetzt. Sie wirft ihm vor, über ein Jahrzehnt hinweg gefälschte Online-Profile unter ihrem Namen erstellt, explizite Inhalte verbreitet und unter ihrer Identität Telefonssex geführt zu haben. Die als "virtuelle Vergewaltigung" bezeichneten Anschuldigungen wurden Ende 2025 vor einem spanischen Gericht eingereicht.
Ulmen, einst bekannt für seine Rolle als grausamer Freund in Reality-TV-Formaten, steht nun wegen seines realen Verhaltens in der Kritik. Fernandes schildert öffentlich jahrelange Manipulation und Missbrauch – Vorwürfe, die sein Image nachhaltig erschüttern könnten.
In den mittleren 2000er-Jahren spielte Ulmen in der ProSieben-Sendung "Mein neuer Freund" mit, einer Reality-Show, in der er wöchentlich einen anderen toxischen Partner verkörperte. Das Format sah vor, dass eine Frau ihren neuen Freund der Familie vorstellte – nur um dann mit anzusehen, wie Ulmens Figur die Beziehung durch abstoßendes Verhalten zerstörte. Besonders prägend war seine Rolle als Alexander von Eich, ein snobistischer Aristokrat, der seine Freundin systematisch herabwürdigte – eine Kultfigur der Serie.
Zudem moderierte Ulmen "Wer will meine Freundin vögeln?" (Originaltitel: "Who Wants to Fuck My Girlfriend?"), eine Gameshow, in der Männer um den Titel "heißeste Freundin" wetteiferten. Die oft derbe und erniedrigende Aufgaben unterstrichen sein Image als provokanter Grenzgänger, der Tabus bewusst brach.
Als Ulmen und Fernandes 2010 ein Paar wurden, fragten sich manche Beobachter, warum ein "brillanter, geistreicher Intellektueller" wie er sich mit einer "hübschen, aber austauschbaren" Viva-Moderatorin einlasse. Doch die Trennung war nur der Anfang: Fernandes wirft ihm nun vor, jahrelang unter ihrem Namen Fake-Profile angelegt, pornografisches Material verbreitet und sich als sie ausgegeben zu haben – auch bei Telefonssex. In den vor einem Gericht in Palma de Mallorca eingereichten Unterlagen spricht sie von "virtueller Vergewaltigung", die über zehn Jahre andauerte.
Bisher ist Fernandes die einzige Frau, die solche Erfahrungen mit Ulmen öffentlich gemacht hat. Ihre Entscheidung, zu sprechen, stößt online auf breite Unterstützung – viele verweisen dabei auf das Credo der Missbrauchsüberlebenden Gisèle Pelicot: "Die Scham muss die Seite wechseln."
Der Fall wird derzeit in Spanien juristisch geprüft. Fernandes' Schilderungen zeichnen das Bild einer systematischen Manipulation und Grenzüberschreitung. Die Debatte dreht sich mittlerweile um ein größeres Problem: den Missbrauch weiblicher Identitäten und Privatsphäre durch Männer. Ulmen hat sich zu den Vorwürfen noch nicht öffentlich geäußert – doch die Anschuldigungen haben bereits eine neue Diskussion über Verantwortung und Machtmissbrauch in privaten wie öffentlichen Räumen entfacht.






