Bonn testet umstrittene KI-Kameras in Sporthallen – Datenschützer alarmiert
Lotta WagnerBonn testet umstrittene KI-Kameras in Sporthallen – Datenschützer alarmiert
Bonn testet als erste deutsche Stadt KI-gestützte Kameras in Sporthallen
In Bonn wird erstmals in Deutschland der Einsatz von KI-gesteuerten Kameras in Sporthallen erprobt. Das Pilotprojekt soll Nutzungsmuster in zwei Einrichtungen erfassen, beginnend mit der Beueler Sporthalle. Doch das System stößt bereits jetzt auf Kritik bei örtlichen Vereinen.
Die Kameras wurden in Beuel an einem nicht näher bekannten Datum installiert, ein zweiter Standort soll am 14. Oktober 2025 folgen. Anders als klassische Überwachung arbeiten die Geräte mit einer geringen Auflösung von 160 x 90 Pixeln und zeichnen weder Bilder noch Videos auf. Stattdessen nutzen sie künstliche Intelligenz, um anonyme Auslastungsdaten der Halle sowie Aktivitäten der Sportlerinnen und Sportler zu erfassen.
Die Stadt betont, dass keine personenbezogenen Daten erhoben oder gespeichert werden – eine Aussage, die von der Rechtsabteilung und dem Datenschutzbeauftragten bestätigt wird. Dennoch hat der lokale Sportverein Rot-Weiß Bonn Röttgen Bedenken geäußert und seine Mitglieder über das neue System informiert. Die Gespräche dauern an, bisher bleiben die Kameras jedoch abgeschaltet.
Um die Sorgen auszuräumen, plant Bonn einen Informationsbrief an alle betroffenen Vereine, in dem die Funktionsweise der Technologie erläutert wird. Dennoch schließt die Stadt eine rechtliche Auseinandersetzung mit Rot-Weiß Röttgen nicht aus.
Das Projekt ist bundesweit einzigartig – keine andere Kommune setzt bisher vergleichbare KI-basierte Überwachung in Sporthallen ein. Während Bonn die Datenschutzgarantien hervorhebt, zeigt die Debatte die Spannungen zwischen datengestützter Planung und den Bedenken der Sportler. Das Ergebnis könnte wegweisend für den künftigen Einsatz solcher Technologien in öffentlichen Einrichtungen sein.






