06 May 2026, 08:30

Biogasanlagen kämpfen um Überleben nach Ende der EEG-Förderung

Liniengraph, der die Stromerzeugung aus Biomasse von 2021 bis 2022 zeigt, mit begleitendem erklärendem Text.

Biogasanlagen kämpfen um Überleben nach Ende der EEG-Förderung

Biogasanlagen in Deutschland stehen vor wachsender Unsicherheit, denn Kürzungen bei der Förderung und überzeichnete Ausschreibungen stellen Betreiber vor große Herausforderungen. Die Familie Benning, ein landwirt­schaftlicher Betrieb in Nordrhein-Westfalen, musste kürzlich eine ihrer fünf Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen abschalten, nachdem die 20-jährige EEG-Förderung auslief. Gleichzeitig hängen neue Regelungen, die eine flexiblere Biogasproduktion fördern sollen, in den EU-Genehmigungsverfahren fest.

Die Bennings hatten Biogas sowohl zur Stromerzeugung als auch zur Beheizung ihres Benninghof-Standorts genutzt. Jährlich ersetzten sie rund 700 Megawattstunden Erdgas durch Biogaswärme – doch mit dem Ende der EEG-Förderung mussten sie wieder auf fossile Brennstoffe zurückgreifen. Trotz dieses Rückschlags plant die Familie, ihre Anlage in Maria Veen für eine bedarfsgerechte, flexible Stromerzeugung umzurüsten und sich an künftigen Ausschreibungsrunden zu beteiligen.

Biogas könnte eine Schlüsselrolle in der deutschen Energiewende spielen. Eine Studie aus dem Jahr 2024 deutet darauf hin, dass es bis 2040 fast die Hälfte des Strombedarfs in Phasen ohne Wind- und Solarenergie decken könnte. Bundesweit schätzen Experten, dass Biogas bis zu 50 Prozent des verbleibenden Bedarfs abdecken könnte. Doch die Branche kämpft mit Hindernissen: Seit 2023 übersteigt die Zahl der Ausschreibungsanträge bei Weitem die verfügbaren Kapazitäten – allein im Oktober 2024 wurden zwei Drittel der Bieter abgelehnt.

Die Lage verschärft sich weiter, da bis 2031 fast 8.000 der rund 10.000 landwirtschaftlichen Biogasanlagen in Deutschland ihre EEG-Förderung verlieren werden. Ein Ende 2024 verabschiedetes Biogas-Paket verspricht zwar bessere Rahmenbedingungen für die netzdienliche Einspeisung – doch die EU-Kommission hat es noch nicht genehmigt. Ohne rechtliche Klarheit müssen Betreiber wie die Bennings einen instabilen Markt navigieren und gleichzeitig versuchen, ihre Anlagen am Laufen zu halten.

Die Biogasbranche bleibt in der Schwebe, während die Betreiber auf die EU-Freigabe der deutschen Fördermaßnahmen warten. Anlagen wie die der Bennings könnten helfen, das Stromnetz zu stabilisieren – doch Förderlücken und der Wettbewerb um Ausschreibungen gefährden ihre Zukunft. Ohne schnelle Lösungen dürften viele Betreiber Schwierigkeiten haben, nach dem Auslaufen ihrer Förderung weiter erneuerbare Energien zu produzieren.

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