Betrügerbanden-Trick: Wie falsche Polizisten Senioren um 162.000 Euro prellten
Clara KrausBetrügerbanden-Trick: Wie falsche Polizisten Senioren um 162.000 Euro prellten
26-Jähriger in Münster wegen Betrugs an Senioren vor Gericht
Ein 26-jähriger Mann muss sich seit dieser Woche vor dem Landgericht Münster wegen seiner Beteiligung an einem raffinierten Betrugsring verantworten, der gezielt ältere Menschen um ihr Erspartes und Schmuck brachte. Die Täter gaben sich als Polizisten aus und überredeten ihre Opfer unter falschen Vorwänden, Bargeld und Wertgegenstände herauszugeben. Wie die Ermittler herausfanden, gab es weitere Fälle in ganz Ostwestfalen – der Gesamt-Schaden beläuft sich auf mindestens 162.000 Euro.
Die Betrüger gingen mit perfider Masche vor: Sie riefen ihre Opfer an, gaben sich als Beamte aus und warnten vor angeblichen Einbrüchen in deren Wohnungen. Um Vertrauen zu schaffen, schaltete sich oft ein zweiter Mittäter in das Telefonat ein, der vorgab, das Gespräch zufällig mitzuhören, und die angebliche Gefahr bestätigte. In einigen Fällen schickten die Täter sogar Taxis zu Banken, um Bargeld abzuholen, oder erschienen persönlich, um Wertsachen in "sichere Verwahrung" zu bringen – die sie anschließend behielten.
Zu den Geschädigten zählen unter anderem zwei Senioren aus Beckum und Sendenhorst. Die Bande mietete zudem Wohnungen in der Türkei an, von wo aus sie die betrügerischen Anrufe tätigte und die Beute in Empfang nahm. Der Angeklagte, der mit den Ermittlern kooperiert, wird vor Gericht eine Aussage machen.
Bis März sind vier Verhandlungstermine angesetzt; mit einem Urteil ist in Kürze zu rechnen. Bei einer Verurteilung droht dem Mann eine mehrjährige Haftstrafe. Zwar gab es auch in anderen Regionen wie Worpswede, Oberschleißheim und im Landkreis Haßberge vereinzelte ähnliche Fälle, doch die genaue Zahl weiterer Opfer steht noch nicht fest.
Im Mittelpunkt des Prozesses in Münster steht die Frage, inwieweit der Angeklagte in die 162.000-Euro-Betrugsserie verstrickt war. Die Behörden prüfen zudem, ob es noch weitere Geschädigte gibt, die bisher nicht erfasst wurden. Bei einer Verurteilung muss der Mann mit einer langen Gefängnisstrafe rechnen.






