Bergkamen setzt auf Gas statt Kohle – doch die Zukunft hängt an Wasserstoff
Sophia KellerBergkamen setzt auf Gas statt Kohle – doch die Zukunft hängt an Wasserstoff
Bergkamens Kohlekraftwerk läuft auf Hochtouren – trotz geplanter Stilllegung
Das Kohlekraftwerk von Steag-Iqony in Bergkamen arbeitet weiterhin mit voller Leistung, obwohl sein Ausstieg längst beschlossen ist. Doch der Standort könnte bald ein modernes Gaskraftwerk beherbergen, das später auf Wasserstoff umgestellt werden soll. Nun warten die Verantwortlichen auf die Ausschreibungsregeln der Bundesregierung, um das Projekt voranzutreiben.
Obwohl Deutschland schrittweise aus der Kohle aussteigt, bleibt das Steag-Iqony-Kraftwerk in Bergkamen vorerst am Netz. Werksleiter Thorsten Koch unterstützt die Energiewende und akzeptiert, dass seine Anlage irgendwann vom Netz gehen wird. Stattdessen konzentriert sich das Unternehmen auf den Bau eines neuen Gaskraftwerks direkt neben dem bestehenden Standort.
Die Planungen für die Gasanlage sind bereits weit fortgeschritten: Die Abstimmung mit den Behörden ist abgeschlossen, Umweltprüfungen laufen, und zentrale Komponenten wurden bereits reserviert. Die Anlage ist so konzipiert, dass sie später auf "grünen" Wasserstoff umgestellt werden kann – ganz im Sinne der Klimaziele. Nordrhein-Westfalen drängt auf den Bau von fünf Gigawatt geförderter Kapazität, um die stillgelegten Kohlekraftwerke zu ersetzen. Bergkamens Lage im "netztechnischen Süden" und der hohe Energiebedarf der Region stärken die Chancen des Standorts. Bisher wurde jedoch noch kein Projekt in der Region offiziell für Wasserstoff-Fördergelder vorselektiert. Die Konkurrenz ist groß: Auch RWE, Uniper und der kommunale Energieversorger Trianel planen ähnliche Anlagen. Bundesweit sollen insgesamt zwölf Gigawatt geförderter Kapazität vergeben werden. Die endgültigen Vergabekriterien von Bundeswirtschaftsministerin Katharina Reiche werden entscheiden, welche Projekte realisiert werden.
Das Bergkamener Projekt hängt nun von den anstehenden Ausschreibungsbedingungen ab. Bei Erfolg könnte das neue Gaskraftwerk die regionale Energieversorgung sichern und gleichzeitig den Weg für eine spätere Wasserstoffnutzung ebnen. Die Entscheidung wird auch den Wettbewerb unter den großen deutschen Energieversorgern prägen.