Bergisch Gladbach kämpft um Ganztagsplätze für Grundschulkinder ab 2026
Lotta WagnerBergisch Gladbach kämpft um Ganztagsplätze für Grundschulkinder ab 2026
Ab dem Schuljahr 2026/27 wird jedes Grundschulkind in Deutschland einen gesetzlichen Anspruch auf ganztägige Betreuung haben. Die Umstellung beginnt mit den Erstklässlern. Doch Bergisch Gladbach steht bereits vor Herausforderungen, um diese Vorgabe zu erfüllen – es fehlt an ausreichenden Plätzen.
In Bergisch Gladbach erhalten im kommenden Schuljahr 185 Kinder trotz elterlicher Anmeldung keinen Platz in der Offenen Ganztagsschule (OGS). Ohne die Randstundenbetreuung, eine eingeschränkte Betreuungsform, wäre die Lücke noch größer. Aktuell bieten nur vier Grundschulen in der Stadt diese begrenzt verfügbare Betreuung an, die die gesetzlich vorgeschriebenen acht Stunden nicht erfüllt.
Die GGS Heidkamp wird demnächst eine verlängerte Betreuungszeit einführen, um die Situation zu entlasten. Dadurch entstehen bis zu zehn zusätzliche Plätze, für die Eltern monatlich 70 Euro pro Kind zahlen sollen. Dennoch können bereits jetzt 32 Kinder, die einen gesetzlichen Anspruch auf Betreuung haben, aufgrund von Kapazitätsengpässen nicht untergebracht werden.
Besonders angespannt ist die Lage an der GGS Moitzfeld: Hier stehen 140 OGS-Plätze für 240 Schülerinnen und Schüler zur Verfügung – das deckt nur etwa 58 Prozent des Bedarfs. Im nächsten Schuljahr werden voraussichtlich 13 Erstklässler mit gesetzlichem Betreuungsanspruch ohne Platz bleiben. Die Stadt plant zwar einen „bedarfsorientierten Ausbau“ der GGS- und OGS-Einrichtungen in Moitzfeld, doch mit den Bauarbeiten wird frühestens 2027 begonnen.
Das neue Gesetz garantiert ab 2026 allen Erstklässlern eine ganztägige Betreuung. Bergisch Gladbach unternimmt zwar Schritte, um die Kapazitäten zu erhöhen, doch es bleiben Lücken. Ohne weitere Maßnahmen droht vielen Kindern die Betreuung vorenthalten zu bleiben – obwohl sie ihnen gesetzlich zusteht.
