BAMF-Kürzungen gefährden B1-Sprachzertifikate für Zehntausende Migranten in Deutschland
Ella KrausBAMF-Kürzungen gefährden B1-Sprachzertifikate für Zehntausende Migranten in Deutschland
Migranten in Deutschland kämpfen zunehmend damit, das wichtige B1-Sprachzertifikat zu erlangen – nach Einschnitten beim Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF). Da Nachholunterricht gestrichen wurde, scheitern immer mehr Teilnehmer an den Integrationskursen. Nun greifen lokale Träger mit freiwilligen Förderprogrammen ein, um die Lücken zu schließen.
Der Standard-Integrationskurs umfasst 600 Unterrichtsstunden, aufgeteilt in sechs Module zu je 100 Stunden, und kostet pro Modul 458 Euro. Doch durch die BAMF-Einschnitte entfällt für über 129.500 Menschen – mehr als 40 Prozent der diesjährigen Teilnehmer – der Zugang zu Wiederholungskursen. Betroffen sind Asylsuchende, ukrainische Geflüchtete, EU-Bürger und Geduldete. Anerkennung als Flüchtling schützt jedoch vor den Einschnitten.
Kursanbieter kritisieren, dass das BAMF die Unterstützung zurückzieht und sie mit den Folgen alleinlässt. Viele Migranten scheitern nun an der B1-Prüfung – wegen Stress, unzureichender Vorbereitung oder persönlicher Belastungen wie Familienverpflichtungen. Als Reaktion haben der Jugendmigrationsdienst (JMD) und die Katholische Erwachsenenbildung ein freiwilliges Vorbereitungsangebot gestartet. Das Programm, je zur Hälfte vom JMD und der Initiative "Aktion Neue Nachbarn" des Erzbistums Köln finanziert, soll Migranten beim Bestehen des "Deutsch-Tests für Zuwanderer" (DTZ) helfen.
Zwar betreibt der JMD auch ein "Sprachcafé", um die soziale Integration zu fördern, doch die Organisatoren geben zu: Es kann keine strukturierte B1-Prüfungsvorbereitung ersetzen. Die Einschnitte haben Zehntausende Migranten um die zusätzlichen Lernstunden gebracht, die sie für den Erfolg brauchen.
Die Streichung der Wiederholungskurse stellt für Zehntausende, die das B1-Zertifikat anstreben, eine erhebliche Hürde dar. Ohne diese Kurse dürften die Bestehensquoten weiter sinken. Lokale Initiativen bleiben für viele die einzige Möglichkeit, Deutschlands Sprachanforderungen zu erfüllen.






