09 March 2026, 22:14

Artenschützer werfen Amprion grobe Verstöße beim Schutz der bedrohten Kreuzkröte vor

Ein Schild an einem Maschendrahtzaun trägt die Aufschrift "Keine Tiere erlaubt" und ist umgeben von saftigem Grün, Pflanzen und Bäumen, mit einer Wand im Hintergrund und einem klaren blauen Himmel darüber.

Artenschützer werfen Amprion grobe Verstöße beim Schutz der bedrohten Kreuzkröte vor

Eine Aktivistengruppe hat schwere Vorwürfe wegen Versäumnissen im Artenschutz auf der Baustelle des Netzbetreibers Amprion in Osterath erhoben. Die Aktionsgemeinschaft Meerbusch für Tierrechte und Naturschutz wirft dem Unternehmen vor, die Schutzmaßnahmen für die stark gefährdete Kreuzkröte unzureichend umgesetzt zu haben. Laut ihren Erkenntnissen gab es Verzögerungen, Lücken in den Schutzzäunen sowie ein Fehlen von Ausgleichsflächen zur Wiederherstellung des Lebensraums auf dem vorgesehenen Kompensationsgelände.

Die Gruppe beobachtet die Baustelle seit 2023, mit besonderem Fokus auf die Errichtung von Amphibien- und Reptilienschutzzäunen. Ihren Aufzeichnungen zufolge waren diese Zäune zwischen Ende Juni 2023 und Ende November 2025 unvollständig und mangelhaft installiert. Amprion hatte zuvor erklärt, die Zäune seien bis zum 31. März 2023 fertiggestellt worden – doch die Dokumentation der Aktivisten widerspricht dieser Aussage.

Die Untere Naturschutzbehörde (UNB) des Rhein-Kreises Neuss hatte die Bauarbeiten auf Grundlage eines ökologischen Begleitplans genehmigt. Allerdings wurden fast alle Details – sieben von acht Seiten – einschließlich Fotos geschwärzt. Die Aktivisten kritisieren, dass diese Intransparenz auf ein überhastetes und nachlässiges Genehmigungsverfahren hindeutet.

Besondere Sorge gilt der Kreuzkröte, einer streng geschützten Art und einem der am stärksten bedrohten Amphibien Mitteleuropas. Die Gruppe stellte fest, dass auf dem von Amprion ausgewiesenen Kompensationsgebiet im Süden Osteraths keine neuen Mulden oder Hohlformen angelegt wurden – es gibt also keinen Ersatzlaichplatz für die vertriebenen Amphibien. Trotz wiederholter Anfragen blieben die Gespräche mit Amprion und der UNB aus Sicht der Aktivisten unbefriedigend.

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Als Konsequenz hat die Gruppe nun eine auf Umweltrecht spezialisierte Anwältin beauftragt. Sie planen, einen offiziellen Antrag an die UNB zu stellen, um Klarheit über die Einhaltung der Artenschutzbestimmungen durch Amprion zu erzwingen.

Der juristische Schritt der Aktivisten folgt auf monatelange unbeantwortete Fragen zur Einhaltung der Wildtierschutzvorgaben auf der Baustelle. Bisher gibt es keine Pläne, die zerstörten Laichgewässer der Kreuzkröte wiederherzustellen. Das Ergebnis ihres Antrags könnte entscheiden, ob weitere rechtliche Schritte gegen Amprion oder die UNB eingeleitet werden.

Quelle