21 February 2026, 22:36

Apothekerverband droht mit Massenprotesten gegen Warkens Reformpläne

Ein Plakat mit Textüber Arzneimittelpreisunterschiede im Jahr 2022, mit ein paar Flaschen und einer Spritze unten.

Apothekerverband droht mit Massenprotesten gegen Warkens Reformpläne

Die politische Flitterwochen der schwarz-roten Koalition in Deutschland sind vorbei, erklärt Thomas Preis, Vorsitzender des Deutschen Apothekerverbands (ABDA). Die Spannungen haben sich zugespitzt, seit Gesundheitsministerin Laura Warken umstrittene Reformpläne vorgelegt hat – darunter die Idee von "Apotheken ohne Apotheker". Preis warnt nun vor eskalierenden Protesten, sollte die Forderung nach fairer Finanzierung nicht erfüllt werden.

Der ABDA hat eine öffentliche Kampagne gestartet, die Plakate, Petitionen und Demonstrationen umfasst, um eine Anpassung der Apothekengebühren durchzusetzen. Preis wirft dem Ministerium vor, zentrale Nachbesserungen zu ignorieren, und fordert vor der entscheidenden Bundesratslesung Ende Februar schnelles Handeln.

Besonders scharf kritisierte Preis Warkens Entwurf, der alte Pläne ihrer Vorgängerin wiederaufleben lässt – allen voran den Vorschlag, Apotheken ohne fachlich qualifiziertes Personal zu betreiben. Der ABDA lehnt dies kategorisch ab: "Das werden wir nicht zulassen, und zwar unter gar keinen Umständen." Der Verband argumentiert, dass eine solche Regelung die Patientensicherheit und berufliche Standards untergraben würde.

Auch finanzielle Streitpunkte belasten das Verhältnis. Preis verwies darauf, dass Ärzte einen Tag nach Warkens Ankündigung, die Apothekengebühren nicht zu erhöhen, selbst eine Gehaltserhöhung durchsetzten. Die geforderte Anhebung der Festgebühr auf 9,50 Euro sei "keine Gefälligkeit, sondern eine Notwendigkeit", betonte er – schließlich verhandelten alle anderen Gesundheitsbereiche jährliche Anpassungen. Der ABDA pocht auf eine verbindliche Vereinbarung mit regelmäßigen Überprüfungen, um künftige Stagnation zu vermeiden.

Die Protestpläne des ABDA laufen bereits auf Hochtouren. Eine Plakataktion unter dem Motto "Uns gibt es nicht zum Nulltarif" startete heute, Online-Petitionen folgen im Februar. Auf einer außerordentlichen Mitgliederversammlung am 25. Februar 2026 in Berlin soll über weitere Schritte entschieden werden – vorbereitet durch eine Pressekonferenz am 29. Januar unter dem Titel "Apotheken-Proteste im Frühjahr 2026". Sozialmedia-Kampagnen und öffentliche Kundgebungen sollen die Regierung unter Druck setzen, ihre Koalitionszusagen zur Apothekenfinanzierung einzuhalten.

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Preis bezeichnete Warken als "wichtige, aber schwierige Partnerin", die von Apotheken mehr Verantwortung ohne angemessene Gegenleistung verlange. Er enthüllte, dass das Gesundheitsministerium über 70 vom ABDA und Bundesrat eingereichte Änderungsvorschläge abgelehnt habe. Da die Verhandlungen feststecken, kündigte Preis "massiven Widerstand" an – darunter die Mobilisierung aller 16.000 deutschen Apotheken, um vor der Bundesratssitzung Ende Februar für Veränderungen zu kämpfen.

Die ABDA-Kampagne markiert eine deutliche Zuspitzung im Streit um die Apothekenfinanzierung. Werden die Forderungen nicht erfüllt, dürften Proteste und öffentlicher Druck in den kommenden Wochen weiter an Fahrt aufnehmen. Die Bundesratslesung Ende Februar wird zeigen, ob die Regierung nachgibt – oder mit weiterem Widerstand der Branche rechnen muss.